Forstarbeiten im April

Der April ist der wichtigste Monat für die Pflanzung. Sind Pflanzungen geplant, so sollte der Kauf der Forstpflanzen, Transport und Lagerung bereits organisiert und geplant sein, so dass in der ersten Aprilwoche unverzüglich mit den Arbeiten begonnen werden kann. Die Pflanzungen sollten beendet werden bevor die ersten gesetzten Pflanzen austreiben, wodurch sich in Hochlagen eine längere Pflanzzeit ergibt. Wesentlich ist dabei auch die Pflanzdauer richtig einzuschätzen. Für 100 Pflanzen sollte man sicherheitshalber mit 3 Stunden Arbeitszeit rechnen, für einen ha Kulturfläche ergibt sich daraus je nach Baumart und Pflanzweite ein Arbeitsaufwand von 60 bis 180 Stunden für eine Person. Auf den zahlreichen frischen Schadflächen, die in den letzten Monaten entstanden sind, sollte mit der Pflanzung noch zugewartet werden. Einerseits droht die Gefahr, dass die Arbeiten noch bis in den Mai hinein andauern könnten, und die Jungpflanzen an Trockenstress eingehen. Zudem sollte das erste Jahr nach dem Schaden genutzt werden, um zu beobachten inwieweit sich die Naturverjüngung auf der Schadfläche etabliert. Nadelholzkulturen sind auf den Befall des Rüsselkäfers zu kontrollieren bzw. auf den Erfolg bereits eingeleiteter Bekämpfungsmaßnahmen. Spätestens mit Mitte April sollten erneut Fangknüppel und Fangrinde ausgelegt werden. Abhängig von der Witterung beginnt in den Aprilwochen die Fraßzeit von Nonne, Frostspanner, Eichenwickler und Lärchenminiermotte. Bestände mit Fichte, Kiefer, Lärche und Eiche sollten etwa mit Mitte April auf den Befall überprüft werden, um rechtzeitig Bekämpfungsmaßnahmen vorbereiten zu können. Spätestens mit Anfang April sollten auch alle Holzerntemaßnahmen beendet sein und Schadholz aus dem Winter soweit aufgearbeitet, dass es zügig aus dem Wald transportiert werden kann. Da der Borkenkäfer bei 16 Grad beginnt auszuschwärmen ist in den meisten Regionen schon mit Anfang April eine rege Flugtätigkeit der Käfer zu rechnen. Für eine rechtzeitige Bekämpfung müssen die Nachbarbestände von Käferlöchern aus dem vorigen Jahr beobachtet werden. Findet man typische Hinweise wie Bohrlöcher, Harzfluss oder Spechtabschläge dann sind diese Bäume so rasch wie möglich zu entnehmen. Hilfreich kann dabei im April die Witterung sein, denn bei kühleren, regnerischen Tagen nimmt die Aktivität der Käfer deutlich ab. Mit dem Ende der Einschlagszeit sollten Rückegassen und Forststraßen auf ihren Zustand kontrolliert werden und wenn nötig Instandhaltungsmaßnahmen geplant werden. Die Instandsetzung von Forststraßen und Rückegassen passiert am besten im Hochsommer, da dafür trockene Bodenverhältnisse benötigt werden.