Wartung der Motorsäge

Eine regelmäßige Wartung der Motorsäge garantiert ihre Einsatztauglichkeit.

Wartung erhält Arbeitssicherheit und Leistungsfähigkeit

Die Motorsäge ist ein Arbeitsgerät, das dem Benützer Arbeitserleichterung bei entsprechender Leistung ermöglichen soll. Dabei sind stets die Sicherheits- und Unfallverhütungsregeln einzuhalten. Um ein störungsfreies und sicheres Arbeiten mit der Motorsäge zu gewährleisten, wird empfohlen, die Wartung und Pflege laufend durchzuführen. In der Betriebsanleitung, welche unbedingt gelesen werden sollte, findet man dazu auch herstellerspezifische Angaben und Details. Deshalb kann nur ein genereller Überblick und Rat für die Pflege der Motorsäge gegeben werden. Ebenfalls laufend zu kontrollieren sind die Sicherheitseinrichtungen der Motorsäge.

Je nach Einsatzdauer des Gerätes unterscheidet man 4 Wartungsintervalle:

– Tägliche Wartung (3 bis 5 Betriebsstunden)

– Wöchentliche Wartung (nach mehreren Tagen)

– Monatliche Wartung (nach mehreren Wochen)

– Jährliche Wartung (nach langer Einsatzzeit)

Erwähnt soll auch die „periodische Wartung“ werden. Alte, störungsanfällige und nicht mehr der Sicherheit entsprechende Motorsägen sollten durch neue ersetzt werden.

Im landwirtschaftlichen Bereich ist häufig eine Vermischung der verschiedenen Wartungsarbeiten und Wartungsintervalle anzutreffen. Den Motorsägenbenützern ist das Reinigen der Säge oft eine lästige Angelegenheit. Daher sind hier einige motivierende Gründe für diese Tätigkeit angeführt, die durch eine permanente und sachgemäße Wartung und Pflege erreicht werden:

  • Geringere physische und psychische Belastung des Anwenders
  • Minimierter Abgaswert und Treibstoffverbrauch
  • Unfallgefahren durch verabsäumte Wartungsarbeiten ausschließen
  • Geringerer Verschleiß
  • Mehr Leistung
  • Störungsfreier Betrieb
  • Weniger Vibration
  • Weniger Reparaturkosten
  • Längere Lebensdauer des Gerätes
Sicherheit
Sicherheitshinweise für die Wartung: Kein Benzin für die Reinigung verwenden.
Kontakt mit Benzin vermeiden.
Für gute Be- und Entlüftung in geschlossenen Räumen sorgen.
Bei Arbeiten mit Druckluft oder Schleifgeräten Schutzbrille und Gehörschutz verwenden.
Beim Hantieren mit der Motorsägenkette sind Arbeitshandschuhe zu verwenden.

Tägliche Wartung

Bei der täglichen Wartung sind nur die 5 großen S durchzuführen.

Säubern

Spannen

Schmieren

Schärfen

Störungsbehebung

Die Säuberung betrifft vor allem den Luftfilter (eventuell Vorfilter). Der Luftfilter kann als Lunge der Motorsäge bezeichnet werden. Nur saubere Luftfilter gewähren ein optimales Kraftstoff- Luftgemisch. Der Luftfilter ist für die Reinigung abzuschrauben, doppelte Filter auseinanderzunehmen und mit Druckluft von der Innen- zur Außenseite ausblasen, mit einer weichen Bürste oder mit speziellem Reiniger säubern. Vor der Montage soll sichergestellt sein, dass der Luftfilter trocken ist und sich keine Feuchtigkeit im Netzteil befindet.

Das Säubern der Lufteinlassöffnungen am Gehäuse der Anwerfvorrichtung ist notwendig, damit genügend Luft zum Lüfterrad für die äußere Kühlung des Zylinders gelangen kann. Der Dekompressor soll den Start der Motorsäge erleichtern. Wird das Dekompressionsventil beim Starten gedrückt, muss es selbstständig wieder „herausspringen“ können. Das Gestänge für den Druckknopf darf weder verbogen noch verschmutzt sein. Ein nicht optimal funktionierendes Dekompressionsventil führt zu Startproblemen. Merke: In den Vergaser, Zylinder und Auspuff darf kein Wasser oder Schmutz gelangen!

Die Kette soll so gespannt sein, dass sie mit zwei Fingern in Laufrichtung gezogen werden kann und dabei an der Führungsschienenunterseite anliegt. Beim Hantieren mit der Motorsägenkette Motor abstellen und Arbeitshandschuhe verwenden. Eine zu lockere Kette erhöht den Verschleiß an Kette, Schwert und Kettenantriebsrad. Die Ursache für eine rausspringende Kette ist lediglich die zu lockere Kettenspannung!

Ist für die Umlenkrolle der Führungsschiene ein Loch zur Schmierung vorgesehen, so ist diese nach Betriebsanleitung mittels Spezialfett und Spitznippelfettpresse beidseitig zu fetten. Minderwertige Fette sind nicht geeignet! Die Schneidezähne der Kette sollen immer scharf gehalten werden. Auf Arbeitshandschuhe darf bei der Instandsetzung nicht vergessen werden. Die Unfallverhütung bei der Motorsägenarbeit beginnt bereits beim Schärfen zu Hause!

Aufgetretene Störungen müssen unbedingt sofort behoben werden. Dafür sind die notwendigsten Verschleißteile bereitzuhalten. Folgende Sicherheitseinrichtungen sind zu kontrollieren: Kettenbremse, Kettenfänger, Stoppschalter, Gashebelsperre, Antivibrationselemente.

Wartung Motorsäge
1 außen liegende Kupplung mit Kupplungsglocke; 2 innen liegende Kupplung (nur Glocke sichtbar) mit Kupplungsbremsband; 3 zerbrochene Kupplung (Pfeil); 4 völlig verschlissenes Kupplungsbremsband (Pfeil) . Foto: Mirko Prüfer/Sachsenforst.
Wartung Motorsäge
1 Kettenritzel “Sternritzel“ mit leichten Einlaufspuren; 2 Mitnehmer an der Kupplungsglocke für Ringritzel mit verschlissenem Mitnehmer; 3 völlig verschlissenes Kettenritzel (Kette hat sich durch den Stern geschliffen); 4 Ringritzel mit Ein- laufspuren; 5 neues Ringritzel. Foto: Mirko Prüfer/Sachsenforst.

 

 

Wöchentliche Wartung

Die wöchentliche Wartung stellt sich etwas aufwändiger dar. Folgende Instandhaltungsarbeiten sind bei der wöchentlichen Wartung durchzuführen:

  • Arbeiten der täglichen Wartung
  • Reinigung von Anwerfvorrichtung und Zündanlage
  • Reinigung des Lüfterrades, eventuell Starterklinken ölen
  • Kettenraddeckel demontieren und säubern
  • Führungsschiene auf Geradheit und Aufgratung an der Unterseite kontrollieren. Nut und Öleintrittsbohrung der Führungsschiene reinigen. Bei der Montage das Schwert in gewendetem Zustand montieren. Bei Beschädigungen erneuern.
  • Reinigen der Kühlrippen des Zylinders, damit die äußere Kühlung (= Wärmeabgabe) gewährleistet bleibt und Motorschäden durch Überhitzung vermieden werden.
  • Schraubenkontrolle (Griffrohrbefestigung), Kontrolle aller Befestigungsschrauben auf festen Sitz
  • Ketteninstandsetzung: Linke und rechte Schneidezähne sollen optisch die gleiche Länge aufweisen
  • Sichtprüfung auf Beschädigungen, Kontrolle und Instandsetzung der Tiefenbegrenzer
  • Fetten des Nadellagers zwischen Kupplungsglocke und Kurbelwelle
  • Zündkerze nach ca. 100 Betriebsstunden erneuern

Das Reinigen einer Zündkerze ist weniger sinnvoll als ein Tausch. Es gilt der Grundsatz: Eine Zündkerze gehört nicht gereinigt, sondern getauscht!! Nur die vom Hersteller empfohlenen Zündkerzen sind zu verwenden.

Motorsägenkette
1 Schwert mit Kette bei der Prüfung der korrekten Kettenspannung; 2 Ölzuführung an der Säge; 3 verstopfte Ölbohrung am Schwert gereinigte Ölbohrung; 4 Reinigen der Schwertnut; 5 Messung der Nut auf ausreichende Tiefe (Kettentreibglieder dürfen nicht bis zum Grund der Nut reichen). Foto: Mirko Prüfer/Sachsenforst.
1 Anwerfvorrichtung; 2 Zylinder mit Zündkerze und Zündkerzenstecker; 3 gereinigter Luftfilter; 4 saubere Zündkerze mit Leere zur Abstandskontrolle der Elektrode; 5 Anwerfseil (neu) meist geht dieses direkt unter dem Griff kaputt; 6 undichte Treibstoffzuleitung (Falschluft kann zum “Überdrehen“ der Säge führen). Foto: Mirko Prüfer/Sachsenforst.

 

 

 

Monatliche Wartung

  • Arbeiten der täglichen und wöchentlichen Wartung
  • Demontage und Reinigung der Kupplungsglocke bei innen liegenden Kupplungen
  • Ölen der Starterfeder. Vor dem Zerlegen der Starvorrichtung ist die Feder zu entspannen. Nach der Reinigung der Starterfeder wird diese in einen dafür vorgesehenen „Federkäfig“ oder in den Starterdeckel eingelegt und anschließend geölt. Die Starterfeder ist so zu spannen, dass der Startergriff immer eingezogen wird.
  • Kontrolle der Zündkerze, eventuell erneuern (Elektrodenabstand 0,5 mm)
  • Funkenschutzgitter des Schalldämpfers (falls vorhanden) reinigen, gegebenenfalls erneuern
  • Vibrationselemente auf Beschädigungen kontrollieren
  • Laufflächen der Führungsschiene plan schleifen, damit beide wieder die gleiche Höhe aufweisen. Ungleich hohe Laufflächen führen zu schiefen Schnitten.
  • Kontrolle der Kupplungsfliehgewichte, deren Federn oder Klammern
  • Kontrolle des Kettenantriebsrades
  • Benzin- und Öltank reinigen
  • Kraftstoff und Öltank leeren und innen reinigen

Sollten für die eigene Säge davon abweichende Wartungsintervalle und Arbeiten notwendig sein, so sind diese in der jeweiligen Bedienungsanleitung beschrieben. Bei Verlust bekommt man diese meist problemlos über seinen Motorsägehändler.

Das Kettenantriebsrad (Ritzel) ist nach ca. 4 verbrauchten Ketten zu tauschen. Alte, eingelaufene Kettenantriebsräder erhöhen den Kettenverschleiß und können zu Kettenriss führen.

Tägliche Wartung Wöchentliche Wartung Monatliche Wartung Jährliche Wartung
Kontrolle der Sicherheitseinrichtungen X
Luftfilter X
Kette schärfen X X
Kettenraddeckel X
Kettenbremse X
Schwertnut X
Schwert entgraten X
Schwert wenden X
Ansaugöffnungen X
Gerät äußerlich reinigen X
Zündkerze X
Schraubenkontrolle X X
Startvorrichtung X
Starterfeder X
Nadellager X
Kontrolle der Kettenschmierung X
Kettenantriebsrad X
Fliehgewichte X X
Benzintank reinigen X X
Öltank reinigen X
Kraftstofffilter X

Wartungsarbeiten und ihre Häufigkeit.