Holzernte

Die Holzernte ist mehr als nur das Fällen von Bäumen, letzlich wird durch sie die waldbauliche Planung umgesetzt. Eine Waldpflege ohne Holzernte ist nicht möglich. Foto: Stihl

Die Holzernte ist der letzte Schritt in der forstlichen Produktion. Hat ein Bestand sein Umtriebsalter erreicht bzw. ein Baum seinen Zieldurchmesser, wird geerntet. Bei der Holzernte soll unbedingt möglichst pflegend und schonend gearbeitet werden, und zwar aus einer Reihe von Gründen:

  • Das Wachstum eines Baumes benötigt Jahrzehnte. Speziell bei qualitativ wertvollen Stämmen kann durch eine schlampige Holzernte das Ergebnis eines jahrzehntelangen Produktionsprozesses in wenigen Minuten zerstört werden.
  • Der verbleibende Bestand aus Bäumen und Naturverjüngung soll nicht negativ durch die Holzernte beeinflusst werden, denn das Resultat können Stammschäden sein, die Pilzinfektionen und eine Entwertung des Holzes zur Folge haben.
  • Last but not least soll auch der Waldbesitzer die Holzernte heil überstehen.

Das vordringliche Ziel einer guten Holzernte neben der Produktion von vermarktbarem Holz ist also ein gesunder Waldbesitzer samt gesundem Wald. Natürlich lässt sich bei einer körperlich anstrengenden Arbeit wie der Holzernte nicht jeder Handgriff immer perfekt durchführen. Aber durch geeignete Werkzeuge, korrekte Arbeitsverfahren und eine ergonomische Arbeitsplanung lassen sich die Chancen dafür stark erhöhen.

Vor- und Nachteile der voll- bzw. teilmechanisierten Holzernte. Grafik: FHP

  

Ursache Wirkung Abhilfe
Unüberlegtes, hastiges Arbeiten Verschiedene Unfälle Anwendung richtiger Arbeitsmethoden. Pausen einhalten, Kraft einteilen. Kein Alkohol bei der Arbeit und Schutzausrüstung tragen.
Alleinarbeit Keine Hilfeleistung, Verblutungsgefahr Nicht allein im Wald arbeiten. Aufgeladenes Handy am Körper tragen.
Ungeeignetes Personal Hohes Unfallrisiko Nur geeignetes Personal verwenden.
Straßen und Wege im Gefahrenbereich Verletzung von Verkehrsteilnehmern Durchführen der vorgeschriebenen Absperrmaßnahmen
Sturz und Fall Verletzung durch schneidende Arbeitsgeräte, allgemeine Sturzverletzungen (Prellungen, Brüche) Sichere Tritte und Standplätze wählen, Werkzeug so tragen, dass es keine Verletzungen verursacht. Anliegende, passende Arbeitskleidung tragen. Sicherheitsschuhe mit griffiger Sohle.
Ungeschützte Schneiden und Spitzen beim Werkzeugtransport Verletzung an allen Körperteilen Motorsäge, Axt und Schäleisen mit Schutzvorrichtung versehen.
Herabfallende Äste Verletzung an allen Körperteilen Kronen beobachten, Schutzhelm tragen.
Ungeschützte Füße Quetschungen, Brüche Sicherheitsschuhe tragen.
Ungeschützte Hände Handverletzungen, Infektionsgefahr Schutzhandschuhe tragen.

Allgemeine Gefahren bei der Waldarbeit.