Tannenwälder

Tannenwälder sind unter anderem durch den starken Wilddruck selten geworden. Foto: Sasa Kunovac/bugwood.org

Tannenwälder sind eine Übergangsform zwischen den submontanen Buchenwäldern und den hochmontanen Fichtenwäldern. Aufgrund ihrer vergleichsweise hohen Standortsansprüche bildet die Tanne viel seltener als Buche und Fichte Reinbestände aus, sondern kommt vermischt mit den beiden anderen Baumarten vor. Welche der drei Bauchmarten dominiert hängt meist von den standörtlichen Gegebenheiten ab. Nur wenn die Wuchskraft der Buche erheblich eingeschränkt ist durch scharfe Winterfröste, Trockenheit oder kurze Vegetationsperiode bildet die Tanne auch Reinbestände aus. Die Tanne ist jedenfalls in der Lage sowohl mit Buche als auch mit der Fichte zu konkurrieren: in der Jugend ist sie sogar noch schattertragender als die Buche, beim Höhenwachstum kann sie die Fichte überragen. Dieser in Literatur und forstlichen Praxis häufig als Fichten-Tannen-Buchenwald bezeichnete Waldgesellschaft wird auch als ideal für den Plenterwaldbetrieb angesehen. Das natürliche Verbreitungsgebiet von tannendominierten Wäldern reicht von der ostdeutschen Lausitz über das gesamte Alpengebiet bis in die Karpaten. Durch die forstliche Bewirtschaftung hat diese Waldgesellschaft aber sehr stark an Areal verloren. Nur im Allgäu, in Vorarlberg und in der Nordschweiz sind diese Mischwälder noch häufig anzutreffen. Neben der Kahlschlagwirtschaft hat vor allem die Empfindlichkeit der Tanne gegenüber Wildverbiss dazu geführt, dass die Tanne zu einer seltenen Baumart wurde. Tannendominierte Wälder sind auch dadurch geprägt – im Gegensatz zu den Hallenbeständen der Buche – das die Bestände mehrschichtig aufgebaut sind und praktisch vom Waldboden bis in die Kronen Nadeln und Blätter zu finden sind, die Fotosynthese betreiben. Den Großteil der Bodenvegetation bildet die Verjüngung aus, krautige Bodenvegetation kommt nur untergeordnet vor. Waldböden in tannendominierten Wäldern bilden meist Mullhumus aus, da die Tannennadeln relativ leicht zersetzbar und nährstoffreich sind im Vergleich zu Fichte und Kiefer – was auch ein Grund ist warum das Wild so gerne die Tanne verbeisst. Die konsequente Bejagung und Regulierung des Wildes ist einer der elementarsten Aufgaben um mit der Tanne erfolgreichen Waldbau zu betreiben.

Baumartenspektrum Tannenwälder: Weißtanne, Rotbuche, Fichte, Bergahorn, Lärche

Das Baumartenspektrum in tannendominierten Wäldern ist viel geringer als noch in den Buchenwäldern, dies liegt zum einen an den kürzeren Vegetationsperioden in der Bergstufe, zum andern auch daran das es sich bei Tanne, Buche und Fichte um drei äußerst wüchsige und konkurrenzkräftige Baumarten, gegen deren Wuchskraft die meisten anderen Baumarten nicht bestehen können. Als wirtschaftlich interessante Baumart ist der Bergahorn zu nennen. Die Lärche als Lichtbaumart kann sich nur auf Freiflächen durchsetzen und sollte daher nicht künstlich eingebracht werden.