Vogelkirsche

Vogelkirsche
Auf optimalen Standorten kann die Vogelkirsche wertvolles Holz produzieren.

Die Vogelkirsche (Prunus avium) ist eine Baumart mit breitem Verbreitungsspektrum, sie ist sowohl in Tieflagen als auch in montanen Regionen anzutreffen. Am häufigsten ist sie aber als Mischbaumart in Eichenwäldern zu finden. Sie ist tolerant, was den Standort angeht: Sowohl nährstoffreiche Böden werden von ihr besiedelt wie auch trockene und nährstoffarme Böden. Rohhumus meidet sie allerdings. Sie ist eine Lichtbaumart und muss in Mischbeständen gefördert werden, da sie sonst von Schattbaumarten überwachsen wird. Ihre Lichtbedürfnisse nehmen mit dem Alter zu, aber bereits in der Jugend ist sie als Lichtbaumart einzustufen. Sie neigt zur Kernfäule, weshalb sie spätestens im Alter von 70 Jahren geerntet werden muss.

Die Vogelkirsche wird je nach Standort 20 – 30 m hoch und etwa 100 Jahre alt. Die schnellwüchsige, lichtbedürftige Vogelkirsche ist eine wichtige Baumart für die Wertholzproduktion. Allerdings erfordert die in Mischwäldern häufig vorkommende Vogelkirsche eine intensive Pflege. Ihre Krone darf von den anderen Mischbaumarten, wie beispielsweise Bergahorn, Esche, Linde und Buche, nicht eingeengt oder unterdrückt werden. Weil abgestorbene Äste nicht durch die natürliche Astreinigung abfallen, muss man zur Erzeugung von hochwertigem Stammholz tote Äste möglichst frühzeitig entfernen. Die ökologische Bedeutung dieser Baumart liegt vor allem in seiner frühen und reichen Blütenpracht. Als Bienenpflanze ist sie deshalb bei den Imkern sehr beliebt. Im Spätsommer bevorzugen Vögel die schnabelgerechte Form der Früchte und tragen damit zur Verbreitung des Kirschbaumes bei. Auch zieht der Kirschenduft viele Insekten an.  Im Herbst bereichern die leuchtend roten Blätter das Landschaftsbild. Und zu guter Letzt baut sich die Kirschbaumstreu rasch ab und begünstigt damit den Aufbau der Humusschicht des Waldbodens. Das rötlich bis gelbbraune, mit deutlichen Jahrringgrenzen versehene Kernholz hatte schon immer einen besonderen Status unter den Edellaubhölzern. Als Ausstattungsholz ist es sehr dekorativ, aber teuer. Bereits während der Barockzeit waren Möbel mit dem unvergleichlichen, warmen Farbton des Kirschbaumes äußerst beliebt. Heute ist hochwertiges Kirschbaumholz als Massiv- und Furnierholz gesucht, beispielsweise im anspruchsvollen Innenausbau bei Türen, Parkettböden, Vertäfelungen, aber auch beim Instrumentenbau, bei der Drechslerei und der Schnitzerei.

Blätter und Früchte der Vogelkirsche.