Wertholzproduktion

Für die Wertholzproduktion braucht es drei Dinge: eine standortsgerechte Baumart, optimale Wachstumsbedingungen und last but not least: eine konsequente Pflege.

Ob aus einem Keimling einmal Wertholz oder doch nur Brennholz wird, entscheiden der Standort, die Genetik – und die Pflege. Starkes Holz wächst nur an mittleren bis guten Standorten heran, und nicht jeder Baum trägt die genetische Befähigung in sich, Wertholz zu produzieren. Es liegt aber am Waldbesitzer, die Bäume mit den besten Veranlagungen zu fördern und jene, die so gar nicht den Qualitätsansprüchen entsprechen, frühzeitig aus dem Bestand ausscheiden zu lassen. Das wesentliche Stichwort dabei ist „früh“. Die Waldpflege muss bereits in den Dickungen beginnen, will man als Waldbesitzer Holz mit guter Qualität erzeugen. Während es in der Dickungsphase vor allem darum geht, vorwüchsige Bäume sowie Zwiesel aus dem Bestand auszuscheiden, legt der Waldbesitzer mit den darauffolgenden Durchforstungen im Stangenholzalter die Basis für die Wertholzproduktion. Bestände, die in der Jugend keine ausreichende Pflege erhalten haben, tragen diesen Makel über die gesamte Umtriebszeit mit sich. Darum gilt für die Waldpflege: früh, häufig, extensiv. Durch eine konsequente und regelmäßige Durchforstung lassen sich die wichtigsten Qualitätskriterien beeinflussen.

Durchmesser: Dickes Holz ist nicht immer wertvoll, aber wertvolles Holz ist immer dick, heißt es. Neben den standörtlichen Gegebenheiten ist vor allem entscheidend, ob die Z-Bäume regelmäßig von Bedrängern befreit und freigestellt werden.

Ästigkeit: In der Jugend müssen die Bäumchen dicht aneinander stehen und sich gegenseitig beschatten, damit nur dünne Äste ausgebildet werden und diese früh abgeworfen werden. Bei der Jungwuchspflege muss der Dichtstand erhalten bleiben, es darf nur schwach (max. zwei Bäume pro 100 m2) eingegriffen werden. Bei Totasterhaltern wie Fichte und Kirsche muss im Stangenholzalter geästet werden.

Vitalität: Bäume mit Ernteschäden (entstanden durch Fällung oder Rückung) müssen aus dem Bestand ausscheiden. Regelmäßige Pflege fördert das Wachstum einer kräftigen Krone.

Jahrringbau: Durch schwache, aber häufige Durchforstungen gelingt ein regelmäßiger Jahrringaufbau, wird zu stark eingegriffen, bilden sich breite Jahrringe, wodurch das Holz als Furnier nicht mehr verwendbar ist.

Abholzigkeit: Bei der Abholzigkeit nimmt der Durchmesser pro Laufmeter um mehr als 2 cm ab. Das kommt vor allem bei Bäumen, die am Waldrand stehen vor sowie in Beständen, in denen plötzlich zu stark eingegriffen wird. Vor allem jüngere Bestände sind von der Abholzigkeit betroffen.

Krümmungen: Sind vor allem bei Eichen und Buchen häufig zu beobachten und ein Zeichen für mangelnde Pflege. Bäume mit Krümmungen von mehr als 5 cm pro Laufmeter scheiden aus dem Bestand aus.

Natürlich kann auch bei konsequenter Pflege nicht jeder Baum Holz produzieren, das Spitzenpreise erzielt. Vergleicht man aber die Preisunterschiede der einzelnen Güteklassen, wird schnell deutlich, dass sich die Waldpflege auszahlt.