Obere und untere Waldgrenze

Die untere Waldgrenze liegt bei 400 mm Jahresniederschlag. Foto: William Ciesla/bugwood.org

Die Artenzusammensetzung und ihr Wachstumspotential werden durch die Höhenstufen maßgeblich beeinflußt. Mit Ansteigen der Höhenstufen nehmen die Temperatur und die Dauer der Vegetationsperiode ab. In Mitteleuropa liegt die Waldgrenze zwischen 1.700 und 2.400 m. Oberhalb dieser Höhe sind die Temperaturen zu rau für Waldbestände. Die Baumgrenze liegt etwas höher. Die untere Waldgrenze wird nicht in Höhenmetern angegeben, sondern hängt mit der Verfügbarkeit von Wasser zusammen. Für den Großteil der heimischen Baumarten bedarf es einer jährlichen Niederschlagsmenge von 400 mm.

Die Höhenstufenverteilung zeigt das jeweils mögliche Wachstumsgebiet für die Waldgesellschaften an. Da die Grenzen nicht scharf sind gibt es Übergangsbereiche, so können bei günstigen Bodeneigenschaften Buchen auch bis zu 1.000 m Reinbestände bilden. Trotzdem sollte bei der Baumartenwahl nicht zu stark von den Höhenstufen abgewichen werden.  Es muss unterschieden werden zwischen den Standortsansprüchen einzelner Bäume und denen einer Waldgesellschaft, die aus vielen Baumarten gebildet wird. Vereinzelte Individuen schaffen es immer wieder auch außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebiets Fuß zu fassen, meist liegt es an kleinstandörtlichen Gegebenheiten, die das Wachstum begünstigen. Von einzelnen Eichen auf über 1.000 m darf aber nicht darauf geschlossen werden, dass dies der Lebensraum für einen Eichen-Hainbuchenwald sei. Die Waldgesellschaften haben sich in Jahrtausenden an standörtliche Gegebenheiten etabliert und angepasst und sind daher als Wegweiser zu verstehen. Baumarten wie Birken oder Kiefern sind als Sonderfälle anzusehen, da es ihre Anpassungsfähigkeit ihnen erlaubt an einer Vielzahl von Standorten zu wachsen. Die Höhenstufenverteilung ist auch vom Großklima abhängig. Während in Nordskandinavien die Waldgrenze weit unter 1.000 m liegt, sind im Himalaya Wälder noch auf über 3.000 m anzutreffen.