Aufarbeiten

Das Aufarbeiten von Laubbäumen ist schwieriger als das von Nadelbäumen.

Ist der Baum gefällt, so ist er noch aufzuarbeiten: Der Stamm ist von Krone und Ästen zu befreien und wird in die gewünschten Längen aufgeteilt. Nadel- und Laubholz werden unterschiedlich aufgearbeitet. Beim Nadelholz wird am Stammfuß begonnen und in Richtung Krone weitergearbeitet, dabei werden Äste abgeschnitten bis schließlich der Trennschnitt bei der Krone erfolgt. Bei Laubholz werden die Äste abgeschnitten und zum Schluss die Krone beschnitten. Dabei wird von außen nach innen und von oben unten gearbeitet, um bei großkronigen Bäumen nicht unter angebrochenen Ästen tätig zu sein.

Ursache Wirkung Abhilfe
Abrollende Stammteile nach Trennschnitt Verletzung durch Überrollen Trennschnitte immer an der Hangoberseite durchführen. Beim Fällen so arbeiten, dass damit gerechnet wird, dass der abgetrennte Stammteil sich bewegt.
Trennschnitte bei verspannten Bäumen Verletzungen durch Aufreißen und Schnellen Korrekte Schneidetechnik verwenden
Stark verspannte Äste Verletzungen durch den Ast oder die wegschlagende Motorsäge Stark verspannte Äste vor dem Entasten entspannen. Nur an der Druckseite schneiden. Schutzhelm tragen.
Abspritzende Äste bei der Motorsägenentastung Augenverletzungen Schutzhelm tragen
Sturz beim Wenden Verletzungen aller Art Geeignete Sappel und Wendehaken verwenden. Werkzeug nicht überlasten. Auf genügend freien Sturmraum achten. Richtige Beinstellung beachten.

Gefahren bei der Aufarbeitung.

Vor allem bei großen Bäumen kann das Aufarbeiten der anstrengendste Teil der Holzernte sein. Die Arbeit kann aber erleichtert werden:

  • Aufrechte Arbeitshaltung einhalten, um Rücken und Arme zu schonen
  • Die Motorsäge unbedingt am Stamm oder den Oberschenkeln abstützen, so wird der Rücken entlastet, und die Vibrationen werden auf den Stamm übertragen
  • Sichere und breite Fußstellung
  • Vorwärtsbewegen mit laufender Kette nur dann, wenn sich zwischen Motorsägenführer und Kette der Stamm befindet

Bei der Motorsägenentastung wird zwischen der Pendel- und der Hebelmethode unterschieden. Die Pendelmethode wird so ausgeführt, dass die Motorsäge eine pendelnde Bewegung durchführt. Am besten wird sie angewendet bei Bäumen mit sehr feinen Ästen (junge Lärche), Bäume mit unregelmäßig verteilten Ästen und in dichten Beständen (Stangenholz). Die Pendelmethode wird auch im Laubholz angewandt.

Die Hebelmethode wird angewandt, wenn Äste ohne größere Spannung vorhanden sind und möglichst regelmäßige Abstände der Astquirle. Für Laubholz kommt daher die Hebelmethode nicht in Frage. Bei der Hebelmethode wird unterschieden nach dem Abstand der Äste und der Zahl der Takte.

6-Punkt-Hebelmethode

Kommt zum Einsatz bei Astabständen unter 50 cm. Die Äste werden der Reihe nach vom ersten Ast bis zum sechsten abgeschnitten, anschließend bewegt sich der Motorsägenführer nach vorne und beginnt den nächsten Takt.

3-Punkt-Hebelmethode

Diese Entastungsmethode kommt zum Einsatz bei Ästen mit einem Astabstand über 50 cm. Ebenso wie bei der 6-Punkt-Mehode werden die Äste entfernt, allerdings pro Takt nur 3. Danach bewegt sich der Motorsägenführer nach vorne und beginnt den nächsten Takt.

Durch den Trennschnitt wird der Stamm abgelängt. Entscheidend dabei ist, ob das Holz verspannt ist oder nicht.

Bei nicht verspanntem Holz und bei Stammdurchmessern, die etwa der Schwertlänge der Motorsäge entsprechen, wird der Trennschnitt als Fächerschnitt mit ziehender Kette durchgeführt. Beträgt der Stammdurchmesser 5/4 der Schwertlänge, dann wird zuerst senkrecht an der gegenüberliegenden Stammseite eingeschnitten und danach mit dem Fächerschnitt abgetrennt.

 

Bei verspanntem Holz wird immer an der Druckseite geschnitten. Schwache Stämme mit geringer Spannung werden an der Druckseite vorgeschnitten und dann von der Zugseite durchgeschnitten. Stärkere Stämme werden nach dem Vorschneiden an der Druckseite seitlich gegenüber dem Motorsägeführer und dann auf der Seite des Motorsägeführers beigeschnitten. Der Trennschnitt erfolgt wieder von der Zugseite her.

Bei stark verspanntem Holz erfolgt der Schnittbeginn an der Druckseite. Der Stamm wird durchschnitten und eine Zugleiste belassen. Dann wird ein Trennschnitt in Richtung Druckseite geführt und eine Bruchleiste belassen. Danach wird die Zugleiste durchtrennt.