Vorbereitende Maßnahmen

Auf verdichteten Böden unterstützt die Bearbeitung des Bodens mittels Forstpflug die Samenkeimung. Foto: Zdenek Karach/shutterstock

Bevor man sät oder pflanzt, sollte man sich die Fläche, auf der die Verjüngung etabliert werden soll, noch genau anschauen. Handelt es sich um eine Ackerfläche, die aufzuforsten ist, so fällt die Überprüfung leicht. Liegt die Verjüngungsfläche mitten in einem Bestand, ist der Aufwand natürlich größer. Unabhängig davon, ob künstlich oder natürlich verjüngt werden soll, können waldbauliche und/oder technische Maßnahmen helfen. Vorab ist aber die Verjüngungsfläche zu überprüfen.

Bodenzustand

Wie ist es um die Struktur des Bodens bestellt? Ist der Boden krümelig und reich an Regenwürmern oder ist der Boden sehr verdichtet, sodass junge Bäume Probleme haben könnten bei der Durchwurzelung? Bei sehr dichten Böden ist es notwendig, den Boden mechanisch zu bearbeiten.

Rohhumus

Der Rohhumus besteht aus verfilztem, totem organischem Material, das sich nur langsam zersetzt. Rohhumus kann derart dicht sein, dass Samen auf ihm liegen bleiben und an der Keimung behindert werden, weil die Wurzel des Keimlings keinen Bodenkontakt herstellen kann.

Konkurrenzvegetation

Gräser, Heidekraut und Hochstauden: Sie stellen für junge Bäume eine ernstzunehmende Konkurrenz dar. Vor allem auf Freiflächen, also auf Kahlschlägen oder auf aufzuforstenden Ackerflächen, verbreiten sich Konkurrenzpflanzen rasch. Der Verjüngungszeitraum wird durch solche Konkurrenzpflanzen verlängert, in manchen Fällen kann es sogar möglich sein, dass die Verjüngung gänzlich behindert wird durch Gräser und Hochstauden.

Schlagabraum und Hiebsreste

Die Überreste einer Schlägerung, also starke Kronenäste, Reisig (Holz unter 7 cm Durchmesser) und Rinde, können einen negativen Einfluss auf die Verjüngung haben, und zwar dann, wenn sie in einem so hohen Ausmaß vorkommen, dass die Fläche nur schwer oder gar nicht begehbar ist. Wird ein Kahlschlag wieder aufgeforstet, so sollte der Schlagabraum zum Großteil entfernt werden. Früher wurden Hiebsreste konsequent entfernt, oft auch verbrannt. Das Verbrennen des Schlagabraums birgt aber die Gefahr des Nährstoffaustrags: In Reisig und Rinde befinden sich wertvolle Nährstoffe. Wird das Reisig verbrannt, so kann die Asche durch den Wind vom Bestand ausgetragen werden. Daher belässt man heutzutage zumindest das Reisig, da es auch positive Effekte hat: Nach etwa 5 – 10 Jahren ist Reisig verrottet und liefert wertvolle Nährstoffe für die kommende Baumgeneration. Zwischen dem Reisig – durch das sperrige Reisig wildgeschützt – samen sich aber viele Baumarten, vor allem Pionierbaumarten wie Birke oder Salweide.

Angrenzende Bestände

Es ist zu überprüfen, ob an die Verjüngungsfläche Waldflächen angrenzen, in denen bald Nutzungen vorgenommen werden sollen. Falls es möglich ist, sollten diese Nutzungen noch vor der Einleitung der Verjüngung durchgeführt werden. Durch die Fällung und Rückung könnte die Verjüngung beschädigt werden. Besonders bei Verjüngungen unter dem Schirm einer älteren Baumschicht ist darauf zu achten, dass die Fällrichtungen der Bäume von benachbarten Verjüngungen wegweisen und auch die Rückung des geschlägerten Holzes nicht quer durch eine Verjüngung geht. Laubhölzer sind übrigens gegenüber solchen Schäden toleranter als Nadelhölzer.

Zufahrtswege

Wird als Verjüngungsmethode die Pflanzung angewandt, so ist es günstig, wenn die Jungpflanzen möglichst nah an den Pflanzort transportiert werden können. Jungpflanzen sind äußerst empfindlich gegenüber der Austrocknung der Wurzeln, deshalb sollte der Weg zwischen Transportfahrzeug und Pflanzort so kurz wie möglich gehalten werden. Rückegassen, Forststraßen und auch angrenzende öffentliche Straßen können dafür benutzt werden.