Waldbauliche Maßnahmen

Bereits bestehende Naturverjüngung fördert man indem man das Bestandesdach auflockert und die Jungbäume freistellt.

Durch die waldbauliche Planung kann die Verjüngung unterstützt werden. Vor allem, wenn die Naturverjüngung genutzt werden soll, können vereinzelte und gezielte Eingriffe in den Bestand hilfreich sein, damit sich die Verjüngung erfolgreich etabliert.

Förderung bereits vorhandener Naturverjüngung

Ist bereits Naturverjüngung am Standort vorhanden und will man diese fördern, kann man durch die Schlägerung einzelner Bäume mehr Licht für die Verjüngung zur Verfügung stellen und damit das Wachstum verbessern. Durch solche Lichtungshiebe wird nicht nur die bereits vorhandene Verjüngung gefördert, es wird auch wahrscheinlicher, dass sich zusätzliche Naturverjüngung ansiedelt. Allerdings ist bei solchen Eingriffen sehr behutsam und vorsichtig vorzugehen. Praktisch alle heimischen Baumarten vertragen in der Jugend Schatten, daher profitieren junge Bäume bereits davon, wenn ein oder zwei benachbarte Bäume aus dem Bestand entfernt werden. Wird die Nutzung zu stark durchgeführt, so wächst die Gefahr, dass zu viel Licht auf den Waldboden fällt und das Wachstum von Gräsern und Kräutern gefördert wird. In diesem Zusammenhang ist weniger mehr.

Förderung von Samenbäumen

Ein typisches Bild, das auf Kahlschlägen häufig zu beobachten ist: Der Gesamtbestand ist geräumt, lediglich ein oder zwei Bäume sind der Nutzung entgangen, weil der Waldbesitzer diese Bäume als Samenbäume nutzen will. Leider werden hierfür selten die besten und stärksten Bäume ausgewählt, sondern im Eifer der Holznutzung werden die schwächsten Bestandsmitglieder für solche Aufgaben übriggelassen. Nur wie soll ein schwacher Baum starke Nachkommen produzieren? Daher ist bei der Auswahl allfälliger Samenbäume Bedacht darauf zu legen, dass es sich um starke, vorherrschende Bäume im Bestand handelt. Erkennbar sind solche Bäume an kräftigen, langen und breiten Kronen und daran, dass sie in der Oberschicht des Kronenraums vorherrschend sind. Will man eine Naturverjüngung unter Schirm etablieren, so genügt es bereits, ein bis zwei Nachbarbäume eines potentiellen Samenbaums zu entfernen. Durch die Entfernung von Konkurrenzbäumen sollen dem Samenbaum mehr Ressourcen (Wasser, Licht, Nährstoffe) zur Verfügung gestellt werden, damit diese für die Samenproduktion verwendet werden können.