Femelschlag

Der Femelschlag ist ein Kahlschlag auf kleiner Fläche durch den sich die Naturverjüngung entwickeln soll.

Beim Femelschlag werden konzentriert auf kleiner Fläche Lücken in den Bestand geschlagen. Innerhalb dieser Lücken soll sich die Verjüngung der standortstauglichen Baumarten etablieren. Die Größe dieser Lücken kann eine bis mehrere Baumlängen umfassen. Je kleiner die Lücke ist, desto günstiger ist sie einzustufen, da mit zunehmender Größe das milde Waldinnenklima abnimmt. Ein Erfolgsfaktor beim Femelschlag liegt darin, die Bestandslücken flächig über den Bestand zu verteilen: Viele kleine Lücken sind daher günstiger einzustufen als wenige große. Der Vorteil des Femelschlags liegt darin, dass auf kleiner Fläche genügend Holz anfällt, um die Holzerntekosten zu decken. Dies spielt vor allem im Bergwald, bei dem man auf kostenintensive Seilkrannutzungen angewiesen ist, eine große Rolle. Gleichzeitig werden die Bestandslücken aber noch von den angrenzenden Bäumen beschattet, wodurch die Bodenvegetation unter Kontrolle gehalten wird.

Der Femelschlag ist ein Kahlschlag im Kleinen. Der Femelschlag eignet sich vor allem für eine Mischung aus Schatt- und Halbschattbaumarten. Diese Verjüngungsmethode ist daher ideal für den Fichten-Tannen-Buchenwald im montanen Bereich. Die Tanne verjüngt sich sehr oft schon bei geschlossenem Schirm, und daher findet man meist Verjüngungskegel, obwohl nur wenig Licht durch das Bestandsdach dringt. Diese kleinen Gruppen werden als Ausgangspunkt für die Bestandsverjüngung verwendet. Über diese Verjüngungskegel erfolgt eine Auflichtung im Abstand von ein bis zwei Baumlängen. Nach fünf bis zehn Jahren erweitert der Waldbesitzer den Verjüngungskegel, indem die Randbäume genutzt werden, so dass Lichtschächte entstehen und weitere Naturverjüngung von Tanne oder Buche keimt. Nach mehreren Jahren werden erneut Altbäume entnommen, dies stets an mehreren Stellen im Bestand, worauf dort wieder Naturverjüngung ankommt. Durch diese Bewirtschaftung dringen Bäume verschiedenen Alters in die Kronenschicht, die Kronenschicht wird mehrschichtig. Somit wird Struktur geschaffen. Die Dauer für die Verjüngung eines Bestandes kann so bis zu 20 Jahre und darüber hinaus betragen. Es entstehen ungleichaltrige Bestandsteile. Die Abhängigkeit von kurzfristigen Samenjahren für den Erfolg wie beim Schirmschlag ist hier nicht gegeben. Da der verbleibende Bestand immer noch Schatten spendet, ist auch die Gefahr der Vergrasung oder Verstaudung kaum gegeben.

Der Femelschlag kann aber auch mit Lichtbaumarten durchgeführt werden. Voraussetzung dafür ist, dass die Lichtbaumart in einen Bestand aus anderen Lichtbaumarten eingebracht wird, wie etwa eine Eichennaturverjüngung in einem Kiefernaltbestand. Die meisten Lichtbaumarten entwickeln eher lichte Kronen, wodurch auch bei geschlossenem Kronendach mehr Licht auf den Boden fällt, als etwa in einem Buchen- oder Tannenwald. Will man aber eine Lichtbaumart in den Bestand einer Schattbaumart einbringen, so sollte die Bestandslücke wenigstens zwei Baumlängen umfassen und die Verjüngungskegel der Zielbaumart in der Mitte der Bestandslücke liegen.

Schematischer Ablauf eines Femelschlags.