Zeigerpflanzen

Das Waldvögelein ist eine Zeigerpflanze für Buchenwälder.

Als Zeigerpflanzen werden Pflanzenarten bezeichnet, die Hinweise auf aktuelle Standorteigenschaften geben. Zeigerpflanzen oder  auch Indikatorpflanzen sind Pflanzenarten mit einer geringen ökologischen Potenz, das heißt mit einer geringen Toleranz auf Veränderungen ihrer Lebensbedingungen. Es handelt es sich dabei  um krautige Pflanzen der Bodenvegetation sowie Gräser. Sie geben deshalb gute Hinweise auf die Beschaffenheit des Untergrundes und Bodens, auf dem sie wachsen. Mit Hilfe von Zeigerpflanzen können Standorteigenschaften wie der Wasserhaushalt und die Nährstoffversorgung sowie die Bodenversauerung angesprochen werden. Für sämtliche heimische Arten sind Zeigerwerte vorhanden.

Jede Pflanzenart hat bestimmte Ansprüche unter denen sie am besten gedeiht. Manche Pflanzenarten zeigen dabei eine sehr enge Bindung an spezielle Standortqualitäten und wachsen nur auf bestimmten Böden mit ganz spezifischen Bedingungen. Treten Pflanzen miteinander in Konkurrenz wie es in der Natur häufig vorkommt, dann wird sich die Pflanzenart durchsetzen deren Standortansprüche geringer sind.

Zeigerart oder doch nur Bodenpflanze

Nicht jede Art dient auch als Zeigerart. Manche Pflanzen kommen mit einer großen Bandbreite von Standorteigenschaften klar, so dass durch sie keine Aussage über den Standort getroffen werden kann. Auch ist eine gewisse Häufigkeit notwendig. Ein einzelner Waldmeister reicht nicht aus, um die Nährstoffversorgung als günstig einzustufen. Zeigerpflanzen wachsen oft in Verbänden von Pflanzen, die die gleichen Standorteigenschaften schätzen bzw. tolerieren. So ist z. B. neben dem Schneeglöckchen oft auch Buschwindröschen, Sanikel und Veilchen zu finden. Je mehr Vertreter einer pflanzensozoiologischen Gruppe angetroffen werden, umso konkreter wird die Aussage.

Für den Laien ist es natürlich nicht möglich, alle heimischen Arten zu erkennen. Derzeit sind in Mitteleuropa knapp 3.000 Blütenpflanzen gelistet, von denen viele nur durch Experten exakt bestimmt werden können. Trotzdem gibt es einige Schlüsselarten wie etwa den Sanikel oder den Waldmeister die leicht erkennbar sind. So ist es auf für Nichtbotaniker möglich auf einfache Art Auskünfte über den Standort zu erhalten.

Den gesamten Standort in die Beurteilung einbeziehen

Zeigerpflanzen geben jedoch nur Auskunft über den aktuellen Zustand. Als Störungszeiger bezeichnet nennt man Pflanzen, die in einem Gebiet wachsen und auf eine Abweichung der normalen Standortseigenschafen hinweisen. So können etwa in einem an sich sehr trockenem Gebiet Nässezeiger auftreten. Sollte der Boden durch schwere Forstmaschinen befahren und dadurch verdichtet worden sein, kann das Regenwasser den Oberboden nicht mehr durchdringen und es zu Staunässe kommen. Der nun plötzlich nasse Standort wird von feuchteliebenden Arten wie der Sumpfdotterblume besiedelt. In manchen Wäldern können Zeigerpflanzen gänzlich fehlen. Sollte die Überschirmung durch den Baumbestand derart dicht sein, das kein Sonnenlicht auf den Boden dringt, fallen sämtliche Bodenpflanzen aus. Beispiele hierfür sind Fichtendickungen oder wüchsige Buchenbestände.

Besonders aussagekräftig werden die Informationen die uns Zeigerpflanzen liefern, wenn man sie mit dem restlichen Standortseigenschaften verbindet. Dabei handelt es sich um Boden, Seehöhe, Hangneigung und Hangexposition. An einem steilen Südhang, der den ganzen Tag über Sonneneinstrahlung erhält und an dem das Grundwasser aufgrund der Steilheit rasch abfließt, wird man etwa keine Feuchtezeiger finden. Setzt man diese Informationen miteinander in Verbindung, so erhält man bereits ein gutes Bild über die aktuellen Standortbedingungen und eine Orientierungshilfe für die Baumartenwahl und über die Produktivität.

Zeigerpflanzen der verschiedenen Waldgesellschaften:

Kiefernwälder

Eichenwälder

Buchenwälder

Edelaubwälder

Nadelwälder

Auwälder