Kippmastanlagen

Kippmastanlagen sind typischerweise Forstmaschinen die im Bauernwald eingesetzt werden. Foto: FHP

Ist das Gelände zu steil oder sind die Bodenverhältnisse zu feucht, wird das Holz über eine Seilanlage transportiert. Im bäuerlichen Betrieb kommen hier Kippmastseilanlagen zum Einsatz. Gegenüber der Bringung am Boden können mit der schwebenden Seilbringung nicht nur Hindernisse problemlos überwunden werden, Boden und Bestand werden ebenfalls geschont. Auch Verletzungen des Holzes lassen sich beim schwebenden Seiltransport vermeiden. Kippmastseilanlagen gehören zu den mobilen Tragseilanlagen, die auf Trägerfahrzeugen, in den meisten Fällen Forsttraktoren, über die 3-Punkt-Hydraulik aufgebaut sind. Sie verfügen über eine Reichweite von 400 bis 500 m und eine maximale anhängelast von 1,5 t. Der Transport erfolgt entlang einem Tragseil, an dem ein Laufwagen installiert ist. Die zu transportierenden Stämme werden an einem Seil des Laufwagens fixiert, danach in die Luft gezogen und gemeinsam mit dem Laufwagen zum Trägerfahrzeug transportiert. Dort wird die Last abgelassen. Für diese Rückemethode werden mindestens drei Personen benötigt: Eine Person hängt die Stämme am Fällort an den Laufwagen, eine Person bedient den Laufwagen und eine Person entlädt schließlich den Laufwagen.

Damit der Einsatz möglich ist, müssen aber einige Voraussetzungen gegeben sein:

Maschinenstandort: Kippmastseilanlagen sind zwar wesentlich kleiner und wendiger als andere Seilkranmodelle, für ihren Einsatz muss aber trotzdem ein Mindestmaß an Erschließung vorhanden sein. Eine befestigte Rückegasse muss daher vorhanden sein als Standort für die Kippmastseilanlage.

Verankerung: Sowohl Tragseil als auch das Seilgerät benötigen Verankerungsmöglichkeiten. Für den Betrieb werden weiters Endstützenbäume sowie einige Stützenbäume gebraucht. An diesen Bäumen entlang erfolgt die Seilführung, deshalb muss es sich bei solchen Bäumen um gesunde, kräftige Baumindividuen handeln, die in der Lage sind, die Belastungen, die durch den Seiltransport auftreten, auch aufzunehmen. Fehlen diese Bäume, ist es auch möglich, künstliche Stützen aufzustellen, dies bringt aber einen wesentlichen Mehraufwand mit sich.

Hangneigung: Kippmastanlagen sind einsetzbar für Hangneigungen bis zu 120 %.

Unter der schwebenden Last darf sich niemand aufhalten. Foto: FHP