Samenproduktion

Für eine erfolgreiche Verjüngung benötigt es eine ausreichende Zahl an Samen. Foto: Dennis Pogostin/shutterstock

Ob künstliche oder natürliche Verjüngung, der Waldbesitzer ist in jedem Fall auf die natürliche Bildung von Samen der Waldbäume angewiesen. Deshalb soll hier kurz erläutert werden, unter welchen Umständen die Samenproduktion passiert und auf welche Art und Weise Bäume ihre Samen verbreiten. Insbesondere für die Nutzung der Naturverjüngung ist es wichtig, dass man als Waldbesitzer ein Gefühl dafür hat, bis zu welchen Entfernungen Samen transportiertwerden.

Der Großteil der heimischen Baumarten wird durch windbewegte Pollen bestäubt. Linden, Ahorn, und Ulmen werden hingegen von Insekten bestäubt, dies trifft auch auf die meisten Sträucher zu. Für die Windbestäubung muss eine große Menge an Samen erzeugt werden, da die Wahrscheinlichkeit relativ gering ist, dass die Bestäubung tatsächlich erfolgreich ist. Der Baum verbraucht daher eine große Menge an Energie für seine Fortpflanzung. Da dieser Prozess aber so viel Energie verbraucht, findet er unregelmäßig statt, abhängig von Baumart, Alter und Vitalität. Bei Baumarten mit großen Samen wie Eiche oder Buche kann der jährliche Holzzuwachs um bis zu 40 % zurückgehen.

Baumarten mit leichten Samen fruktifizieren öfter und produzieren auch größere Samenmengen als Baumarten mit schweren Samen. Ob Blüten und Früchte gebildet werden, hängt maßgeblich von der Witterung zu bestimmten Zeitpunkten ab: Warme und trockene Sommermonate fördern die Bildung von Blütenknospen, ist das nächste Frühjahr allerdings feucht und kühl, behindert die Witterung, dass sich Blüten bilden. Ist das Wetter zu heiß und trocken, so kann die Blütenbildung gänzlich ausfallen. Für den Baum stellt ein Sommer ohne Blütenbildung kein Problem dar, da Bäume langlebig sind. In Jahren mit wenig Blütenproduktion kann der Fraß von Insekten und Vögeln die Samenproduktion erheblich einschränken. Das Samenangebot der meisten Baumarten schwankt daher stark von Jahr zu Jahr, da, wie erwähnt, eine große Menge von Faktoren mitspielen. Man unterscheidet zwischen Vollmast, wo alle Bäume im Bestand reichlich Früchte tragen, Halbmast, wo etwa die Hälfte der Bäume samentragend sind, sowie der Sprengmast, wo gerade mal 30 % der Bäume Samen produzieren.

Herrschende Bäume, die in der Oberschicht dominieren, erhalten mehr Licht, weshalb sie auch mehr Samen produzieren als unterständige und beherrschte Bäume. Dies ist unter anderem zu beachten für die Auswahl von Samenbäumen: Es sollten vorherrschende Bäume gewählt werden, da diese nicht nur eine größere Menge an Samen produzieren, sondern sich bereits erfolgreich gegen die Konkurrenz durchgesetzt haben und somit gute genetische Eigenschaften mitbringen.

Baumart Alter, in dem Samen produziert werden Häufigkeit von Vollmasten innerhalb von 10 Jahren Samenabfall Tausendkorngewicht
Kiefer 30 – 40 1 März/April 6
Lärche 30 – 40 1 März/April 6
Douglasie 30 – 50 0 März – Juni 10
Fichte 50 – 60 1 Februar – April 8
Tanne 60 – 80 2 Oktober 44
Hainbuche 30 – 50 3 Nov./Dez 33
Esche 40 – 50 3 Okt. – März 59
Ahorn 30 – 50 1 Okt. – Dez. 125
Buche 50 – 80 1 Oktober 192
Eiche 50 – 80 1 Oktober 3030

Frühester Zeitpunkt der Samenproduktion, Wahrscheinlichkeit einer Vollmast sowie Tausendkorngewicht in Gramm heimischer Baumarten. Das Tausendkorngewicht gibt, wie der Name schon sagt, das Gewicht von 1000 Körnern einer bestimmten Baumart an. Innerhalb von Baumarten kann das Tausendkorngewicht aber schwanken, abhängig von Herkunft, Witterung und Wassergehalt.