Pflege von Mischbeständen

Bei der Mischungsregulierung sollen wertvolle Mischbaumarten, die weniger konkurrenzfähig sind, gefördert werden indem sie freigestellt werden.

Die Konkurrenzregulierung ist eine Maßnahme, die vor allem in sehr jungen Beständen, also Dickungen und Stangenholz Anwendung findet. Mit ihrer Hilfe soll die Mischung in Beständen aufrecht erhalten bleiben. Baumarten stehen miteinander in Konkurrenz, neben den Standortsbedingungen ist vor allem die Toleranz, Schatten zu ertragen, die Eigenschaft, die entscheidend für die Konkurrenzfähigkeit einer Baumart ist. Tanne, Buche und auch die Fichte sind Schattbaumarten, die nicht nur in der Jugend, sondern auch im höheren Alter Beschattung gut vertragen, da sie weniger lichtbedürftig sind als Lichtbaumarten wie Eiche, Kiefer oder Lärche. Neben der Schattentoleranz ist es aber auch die eigentliche Wuchskraft der jeweiligen Baumart, die für die Mischungsverhältnisse entscheidend ist. So stellen Hainbuchen in der Jugend für Eichen eine Konkurrenz dar, da sie schattentoleranter als die Eichen sind. Mit zunehmendem Alter setzt sich aber die Eiche aufgrund ihrer Wuchskraft durch und dringt in die Oberschicht des Bestandes ein, während die Hainbuche, die weniger wüchsig ist, nicht in die Oberschicht hochdringt. Wie sich die Konkurrenzverhältnisse in einem Mischbestand entwickeln, ist nicht immer vorherzusagen, weil auch noch andere Faktoren entscheidend sein können, wie etwa die Witterung. Buche und Tanne sind frostempfindlicher, was in einem Mischbestand wiederum den Bergahorn fördern kann, da dieser mit dem Frost besser zurecht kommt. Das ist aber nur ein Beispiel für die vielfältigen Einflüsse und Prozesse, die den Konkurrenzkampf verschiedener Baumarten beeinflussen. Für den Waldbesitzer ist es daher notwendig, den Bestand laufend zu beobachten und zu erkennen, wie sich die einzelnen Baumarten entwickeln. Das Ziel eines Mischbestandes ist es, durch Vorhandensein mehrerer Baumarten das Bestandsrisiko zu minimieren. Das bedeutet aber nicht, dass jeder Mischbaum gefördert werden muss: Ist ein Baum klar weniger wüchsig als der restliche Bestand und hängt im Wachstum nicht nur anderen Baumarten, sondern auch den Individuen der eigenen Art nach, so macht es keinen Sinn, diesen zu fördern, nur um einen einzelnen Mischbaum zu retten. Denn auch ein Mischbaum soll wüchsig, vital und gesund sein, einen kümmernden Bergahorn in einem Buchenbergwald zu fördern, ist waldbaulicher Unfug. Bildet der Bergahorn dagegen eine kräftige Krone aus und zeigt die Tendenz, in die Oberschicht vorzudringen, wird aber von den schattentoleranteren Buchen daran gehindert, so ist es vernünftig, den Bergahorn freizustellen und zu fördern.

Mit oder ohne Nebenbestand

Bei der Konkurrenzregulierung muss auch unterschieden werden, ob man sich bei der Bestandsbegründung für einen Hauptbestand mit mehreren Baumarten oder einen Hauptbestand mit Nebenbestand entschieden hat.

Hauptbestand mit mehreren Baumarten: Es gibt keine klare Zielbaumart, alle Baumarten im Bestand sind geeignet dazu, Wertholz zu produzieren. Eine Konkurrenzregulierung ist dann notwendig, wenn einer der Baumarten dominanter wird und beginnt, die anderen Baumarten zu unterdrücken bzw. gänzlich aus dem Bestand ausscheiden zu lassen. Beispiel ist etwa ein Buchenmischwald mit Edellaubbaumarten wie Esche, Kirsche und Bergahorn, in der die Buche ihre Konkurrenzkraft ausnutzt und die anderen Baumarten verdrängt.

Hauptbestand mit Nebenbestand: Die Erzeugung von Wertholz wird nur von einer oder zwei Baumarten angestrebt, der Nebenbestand hat eine dienende Aufgabe wie etwa die Beschattung der Stämme oder die Verbesserung des Bodens. Ein Beispiel hierfür ist ein Eichen-Kiefernmischbestand auf einem nährstoffarmen Standort. Der Hauptbestand besteht aus Eichen und Kiefern, während der Nebenbestand aus Hainbuchen, Birken und Linden besteht.

Mäßig, aber oft

Bei der erfolgreichen Konkurrenzregulierung gilt: wenig, aber oft. Die Eingriffe sollen extensiv ausfallen, dafür aber häufig wiederholt werden. Der Grund dafür liegt in der Bestandsstabilität. Die Stabilität in jungen Beständen, in denen die Bäume noch über schlechte h/d-Verhältnisse und eher kurze Kronen verfügen – bedingt durch die hohe Konkurrenz – hängt viel stärker vom Kollektiv ab als in älteren Beständen, wo die einzelnen Individuen mit langen Kronen und guten h/d-Verhältnissen wesentlich stabiler sind. Begeht man als Waldbesitzer den waldbaulichen Fehler, zu stark in den jungen Bestand einzugreifen und öffnet somit das Bestandsdach stark, so ist das Risiko von Schneebruch und Windwurf groß. Zudem war der Pflegeingriff kontraproduktiv, denn Ziel der Durchforstung ist ja unter anderem, die Bestandsstabilität zu erhöhen. Daher gilt der Grundsatz in Dickungen: Pro 100 m² Bestandsfläche sollen maximal zwei Bäume entfernt werden. Hochgerechnet auf einen Hektar ergibt das immer noch eine stattliche Anzahl von bis zu 200 Bäumen pro Eingriff.