Bodenverdichtung

Stehendes Wasser ist der beste Hinweis für Bodenverdichtung. Foto: Bankbuster/shutterstock

Einmal ist bereits zu oft: Waldböden reagieren sehr sensibel auf zu starken Druck. Für eine  schädliche Bodenverdichtung reicht es, wenn nur ein einziges Mal eine schwere Forstmaschine den Boden über Gebühr belastet. Daher stellt das flächige Befahren von Waldböden ein absolutes Tabu dar. Rückelinien hingegen sind für den Holztransport entwickelt und auf ihnen ist die Bodenverdichtung praktisch einkalkuliert. Sehr trockene und vereiste Böden sind am widerstandsfähigsten was die Bodenverdichtung angeht. Aber in der Praxis kann der Landwirt nicht immer darauf warten, dass die Witterung passt.

In gesunden Waldböden befinden sich viele Poren, die den Austausch von Wasser, Luft und Nährstoffen überhaupt erst möglich machen. Der Druck schwerer Maschinen zerstört das Porengefügt, der Unterboden ist vom Oberboden getrennt, man spricht von einer Stagnation. Am deutlichsten erkennbar ist diese an Wasserpfützen, die kaum oder nur sehr langsam abfließen. Neben dem stehenden Wasser zeigen auch manche Pflanzen eine Verdichtung an, wie Binsen und Seggen.

Vermeiden lässt sich die Verdichtung, indem einige einfache Regeln beachtet werden:

  • Bei Nässe die Arbeit mit schweren Maschinen einstellen
  • Eine Kosten-Nutzen-Abwägung über die Sanierung einer Rückegasse durchführen
  • Forstunternehmer nicht mehr beauftragen, die nicht sauber arbeiten
  • Aus sensiblen, ton- und lehmreichen Böden mit Reisig die Rückegasse abdecken
Der geringe Fülldruck verursacht bei gleiche Gewicht und Bereifung eine Vergrößerung der Auflagefläche und bessere Anpassung an die Bodenoberfläche. Grafik: Der Forstwirt/Ulmer Verlag

Einschränken lässt sich die Bodenverdichtung  auch dadurch, indem es ein Konzept für die Feinerschliessung gibt, das über lange Zeiträume gültig ist. Bereits vor der Nutzung soll klar sein wie das Holz zur Forststraße transportiert wird. Auch die Anlage von Seilzuglinien dient dazu, die Bodenverdichtung wesentlich einzuschränken. Ein Bloch das per Seilzug zum Traktor gezogen wird ist  wesentlich leichter als die Kombination aus Forsttraktor und Last.

Eine erfolgreiche biologische Maßnahme gegen die Bodenverdichtung ist der Anbau von Erlen. Als Baumart der Auen vertragen Erlen die Staunässe, zudem sind ihre Wurzeln kräftig genug um in verdichtete Bodenhorizonte einzudringen. Der Erlenanbau kann bereits auf einer noch genutzten Rückegasse erfolgen: man lässt die Pflanzen so lange wachsen, bis die Rückegasse wieder genutzt wird, unmittelbar vor der Nutzung setzt man die Erlen auf Stock. Am effektivsten ist dabei die Saat von Erlensamen, die einfach per Hand auf der Rückegasse ausgebracht werden. Haben sich die Erlen erstmal etabliert, braucht sich der Waldbesitzer nicht mehr um sie kümmern: Durch ihre Fähigkeit zum Stockausschlag erneuern sie sich auch, nachdem sie auf den Stock gesetzt wurden.