Forstwirtschaft im 21. Jahrhundert

Herausforderungen, Chancen & Nachhaltigkeit

Unter Forstwirtschaft versteht man die Bewirtschaftung von Wäldern zur Produktion von Holz und anderer Güter wie Wild, Pilzen, Baumsamen und ähnlichem. Außerdem werden Schutzwälder in der Form bewirtschaftet um die Allgemeinheit vor Naturgefahren zu schützen und Wohlfahrtswirkungen wie Erholung und Trinkwasser zu produzieren.

Im Laufe der Jahrhunderte haben sich die Schwerpunktsetzungen verschoben, wurden noch im Mittelalter viele Wälder sogar gerodet um Agrarflächen bereitzustellen nimmt im 21. Jahrhundert der Bereich der Schutzwirkungen des Waldes, gerade unter dem Gesichtspunkt des Klimawandels, eine immer wichtigere Rolle ein. Aber auch die nachhaltige und naturverträgliche Holzproduktion ist von großer Bedeutung, denn Holz ist einer der wenigen nachwachsenden Rohstoffe.

Wälder sind vielfältig: nicht nur in ihren Prozessen sondern auch in ihren Funktionen.
Die Produktion von Holz war die ursprünglichste Funktion von Wäldern.

Herausforderungen: Klimawandel und Co

Die größte Herausforderung für die Forstwirtschaft in diesem Jahrhundert ist zweifellos der Klimawandel. Schon seit einiger Zeit sind dessen Auswirkungen gerade im Wald zu beobachten, sei es durch enorme Massenvermehrungen von Schadinsekten (Borkenkäfer), langen Trockenperioden und einer zunehmenden Waldbrandgefahr als auch der Einwanderung invasiver Arten. Eine moderne, nachhaltige Forstwirtschaft muss sich auf diesen Wandel einstellen: Klimawandel bedeutet auch Wandel der Bewirtschaftung. Viele lange Zeit weit verbreitete Praktiken wie Kahlschlag, Monokultur und Altersklassenwald sind in stürmischen Zeiten nicht mehr angebracht, vielmehr braucht es dauerbestockte Mischwälder und einen Baumartenwechsel.

Durch den Klimawandel werden Waldflächen verloren gehen, insbesondere wenn sich Waldbesitzer und Forstleute nicht auf einen Bewirtschaftungswandel einlassen.
Gerade im Klimawandel ist das gezielte Abbrennen von Wäldern wie es am Amazonas betrieben wird ein ökologisches Verbrechen.

Chancen

Die größte Chance für die Forstwirtschaft und die Waldbesitzer ist aber der Klimawandel selbst: Denn Wälder liefern einen natürlichen Schutz vor Naturgefahren wie Hochwasser, Lawinen, Steinschlag und Muren. Zudem ist der Wald ein wichtiger Speicher von Kohlenstoff. Bisher haben Politiker und Gesellschaft die Möglichkeiten die Wälder im Kampf gegen den Klimawandel bieten noch nicht erkannt, sobald dies aber der Fall ist werden Forstwirtschaft und Waldbesitzer stark auf Aufmerksamkeit und Bedeutung gewinnen, was sich nicht nur, aber auch, wirtschaftlich auswirken wird, indem etwa die Fördermittel für Wälder stark erhöht werden. Im Zuge einer zu erwartenden Verknappung von Rohöl in diesem Jahrhundert wird Holz als Energieträger aber ebenfalls stark an Wert gewinnen.

Wälder bieten Schutz vor Naturgefahren.
In ener klimaneutralen Wirtschaft wird das Naturprodukt Holz stark an Wert und Bedeutung gewinnen.

Nachhaltigkeit

Auch wenn mittlerweile viele Unternehmen und Branchen von sich behaupten nachhaltig zu wirtschaften, geboren wurde die Nachhaltigkeit von der europäischen Forstwirtschaft. Sie ist ein Garant dafür, dass die Wälder nicht übernutzt werden und auch kommenden Generationen zur Verfügung stehen in all der Vielfalt ihrer Funktionen: als Kohlenstoffspeicher, als Rohstoffproduzent, als Lebensraum für viele Arten und nicht zuletzt als wunderschöner Erholungsraum. Nachhaltigkeit im 21. Jahrhundert ist aber mehr als das jedes Jahr weniger Holz genutzt wird als zuwächst. Nachhaltigkeit bedeutet biologische Prozesse wie die Naturverjüngung oder die natürliche Sukzession in die Bewirtschaftung einzubauen, Wälder schonend und pfleglich zu nutzen, kurz: ein Ökosystem zu nutzen und zu bewahren.

Wälder sind Lebensraum: Sowohl für Riesen wie Wisente…
…als auch von Winzlingen wie kleinen Wildkatzen.

Weiterführende Links:

Einführung in die Waldbewirtschaftung

Waldarbeit & Mensch

Holzernte

Forstmaschinen

Waldumbau von Monokulturen