Auwälder

Auwälder sind artenreich und produktiv. Foto: Chris Evans/bugwood.org

Nur die wenigstens Waldbesitzer haben das Glück einen Auwald zu bewirtschaften. Nur noch 1 % der Waldfläche in Mitteleuropa wird von Auwäldern bewachsen: Siedlungsraum, Flußbegradigungen und die Intensivierung der Landwirtschaft führten dazu, das große Teile der Auwälder verschwanden. Auwälder stocken entlang von Fluss- und Bachläufen. Im Gegensatz zu anderen Waldgesellschaften sind Auwälder an Hochwässer angepasst. Zwischen Auwäldern und Fließgewässer besteht eine enge Verbindung und gegenseitige Abhängigkeit. Fehlt dem Auwald etwa durch wasserwirtschaftliche Bautätigkeiten der Zugang zum Fließgewässer, verändert sich mittelfristig die Vegetation stark. Abhängig von der Häufigkeit von Hochwasserereignissen unterscheidet man zwischen Weichholz- und Hartholzauen. In Weichholzauen treten Überschwemmungen mehrmals im Jahr auf. Hier gedeihen Baumarten, die gegenüber Staunässe hohe Toleranz besitzen. Dazu gehören Pappeln, Weiden und Erlen. Treten Hochwässer seltener ein, bildet sich die Hartholzau mit Eiche, Ulme, Ahorn, und Esche. An großen Fließgewässern wie etwa Donau oder Inn findet man eine Abfolge von Weichholzau zu Hartholzau. Flüsse versorgen Auwälder nicht nur mit Wasser sondern auch mit reichlich Nährstoffen. Deshalb zählen Auwälder zu den produktivsten und artenreichsten Waldstandorten. Doch nicht nur die Vegetation wächst in den Auen üppiger, auch die Tierwelt entwickelt sich prächtig: So ist das Gewicht von Auwaldhirschen deutlich höher als das von Rothirschen, die in Gebirgslagen leben.  Auwälder liefern auch wertvolle Beiträge für den Hochwasserschutz. Mit ihrer Strukturvielfalt senken sie die Fließgeschwindigkeit von Flüssen und stellen Räume dar, in denen sich Überschwemmungen ausbreiten können ohne Schäden zu verursachen (Retentionsflächen).

Baumartenspektrum:

Weiche Au: Silberpappel, Schwarzpappel, Silberweide, Schwarzerle

Harte Au: Esche, Spitzahorn, Bergahorn, Stieleiche, Winterlinde, Hainbuche

Aufgrund der ausgezeichneten Wuchsbedingungen ergibt sich in Auwäldern auch ein reiches Baumartenspektrum. Wesentlich für den Waldbesitzer ist es aber die Grenze zwischen harter und weicher Au zu erkennen, da die Arten der weichen Au die Überschwemmungen, die bis zu mehreren Wochen andauern können, überleben können, während die Arten der Harzholzau bei längeren Überschwemmungen absterben. Insgesamt ist der Auwald aber eine stabile, ertragsreiche Waldgesellschaft, in der die Edellbaumarten Esche und Spitzahorn hochwertiges Holz produzieren.