Kiefernschäden

Schadbild der Kiefernschütte. Foto: Joseph o Brien/bugwood.org

Kiefernschütte

Die Kiefernschutte ist die häufigste und auch gefährlichste Krankheit junger Kiefern. Durch den Schüttepilz befallene Nadeln röten sich und werden abgeworfen (geschüttet), in der Regel vom Herbst bis zum Frühjahr. Zwar begrünen sich die Pflanzen meistens wieder. Ein Zuwachsverlust ist aber immer die Folge, und nach mehrmaligem Befall besteht bei Sämlingen und Pflanzen (etwa bis zum Alter 10) die Gefahr des Absterbens. Die Kiefemschütte kann nur vorbeugend behandelt werden, d.h. die noch nicht befallenen Nadeln müssen rechtzeitig vor der Hauptinfektionszeit mit einem anerkannten Fungizid (= pilztötendes Mittel) gegen die infizierenden Schüttesporen geschützt werden.

Großer und kleiner Waldgärtner

Waldgärtner befallen nur die Kiefer. Die Fraßbilder ähneln sich, der Muliergang endet beim Waldgärtner krummstabartig. Von Mai bis August frißt der 4 mm große Käfer in 1 – bis 2jährigen Trieben, die ausgehöhlt werden und abbrechen. Die Kiefernnekrosen sehen dann wie von einem Gärtner beschnitten aus. Der Zuwachs wird erheblich vermindert.

Schadbild des Großen Waldgärtners

 

Schadebild des Kleinen Waldgärtners. Grafik: Robert Dzwonkowski/bugwoord.org

Kieferneule

Die Kieferneule ist ein kleiner Schmetterling, sehr häufig in Kiefemreinbeständen besserer bis mittlerer Ertragsklasse, Baumalter zwischen 40 und 80 Jahren und auf Standorten, die nicht so trocken sind mit einem Jahressniederschlag von 500-700 mm. Der Fraß der Raupe ist gefährlich, da nicht nur die Nadeln, sondem auch die Knospen kahlgefressen werden und der Baum nicht mehr austreibt. Die Raupe läßt sich, wenn sie das Endstadium erreicht hat zu Boden fallen und verpuppt sich in der Streu, dicht über dem Mineralboden.

Kieferneule. Foto: Stanislaw Kienelski/bugwood.org
Raupe der Kieferneule. Foto: Stanislaw Kinelski/bugwood.org
Eier der Kieferneule. Foto: Stanislaw Kinelski/bugwood.org

Kiefernbuschhornblattwespe

Dieser Schädling, zur Familie Wespen zählend, kann in 40 – bis 100jährigen Kiefernbeständen auf sehr trockenen, armen Standorten zur Massenvermehrung gelangen. Bei gutem Wetter im Frühjahr entwickelt sich die Raupe sehr rasch, so daß im Sommer eine zweite Generation zu befürchten ist. Bei massenhaftem Auftreten beißen die Larven die Nadeln ab, ziehen sie in Gespinste und verzehren sie dort. Die gesamte Kiefemkrone wird so von lockeren bis dichtgesponnenen Gespinsten ausgefüllt und mit Nadelresten und Larvenkot überzogen.

Kiefernbuschhornblattwesepe. Foto: Gyorgy Csoka/bugwood.org
Fraßbild der Kiefernbuschhornblattwespe. Foto: Hannes Lemme/bugwood.org
Larven der Kiefernbuschhornblattwespe. Foto: Hannes Lemme/bugwood.org

Nonne

Einer der gefährlichsten forstlichen Schädlinge ist die Nonne, ein mittelgroßer, schwarz-weiß gefleckter Schmetterling. Die Nonne kommt sowohl in Kiefern- wie auch in Fichtengebieten zur Schmetterlinge sehr häufig auf. Trockenzeiten begünstigen die Raupenfraß die Entwicklung des Schädlings. Die auffälligen Falter sitzen tagsüber am Stamm, nach Sonnenuntergang bzw. in warmen Nächten schwärmen sie. Die begatteten Weibchen legen am Stamm unter Rindenschuppen zwischen 50 und 200 Eier je Ablagestelle ab, sog. »Nonnenspiegel«. Die an den Stämmen versteckten Eier sind schwer zu sehen, so daß eine Vorhersage für den zu erwartenden Fraß im nächsten Jahr sehr schwierig und unsicher ist. Ab Mitte Mai, bei mildem Wetter etwas früher, schlüpfen die jungen Räupchen und wandern, Fäden spinnend, in die Krone. Sie fressen zunächst die frischen Nadeln (Maitrieb), später jedoch auch die älteren. Um einem Kahlfraß durch Nonne zuvorzukommen, ist es sehr wichtig, die Massenvermehrung frühzeitig zu entdecken. Am auffälligsten sind die Falter, wenn sie im Bestand schwärmen. Ist ein Bestand schon sehr stark befressen und die Entwicklung der Raupen sehr weit gediehen, dann ist er kaum noch zu retten. Mittels Pheromonfallen werden von Forstbehörden die Bestandesentwicklungen überwacht.

Nonne.