Wind

Kleine Kronen sind ein Anzeichen eines schlechen h/d-Wertes. Durch mangelhafte Pflege haben die einzelnen Bäume zuwenig Wuchsraum und bilden kurze Kronen aus, diese sind anfälliger gegenüber Windwurf, insbesondere wenn sie wie auf diesem Beispiel durch eine angrenzende Schlagfläche freigestellt werden. Foto: Landpixel

Windwurf: Schäden durch waldbauliche Fehler

Der Wind hat im Wald Einfluß auf die Kronen- und Stammform, auf Assimilation, Transpiration und Höhenwachstum. Nach internationalen Regeln beginnt der Sturm bei t ca. 65 km/h (= Windstärke 8 nach Beaufort). Übermäßige dauernde Windbewegung stört das Bestandsinnenklima: die Folgen sind Aushagem des Bodens, Störungen des Wasserhaushalts, der Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Fehlende oder ungünstige Bestandsränder sind gefährdet, das Höhenwachstum lässt nach; Nützlinge und Parasiten bevorzugen ein ausgeglichenes Bestandesklima.

Laubwälder sind vor allem während der Vegetationsperiode von Windwurf bedroht. Foto: Haruta Ovidiu/bugwood.org

Stürme zählen zu den häufigsten naturbedingten Gefährdungen des Waldes in Mitteleuropa, am meisten gefürchtet sind Orkanstürme (Windgeschwindigkeiten über 120 km/h). Je nach Heftigkeit, Stärke und Intensität des Sturmes kommt es zu Stammbruch/Kronenbruch, Wurzelbruch, oder Wurf  und zwar einzelstammweise bis zur Großfläche. Geländeausformung, Himmelsrichtung, Seehöhe, Boden, Standorttyp und Wurzelausbildung beeinflussen die Sturmgefährdung ebenso wie die Baumarten. Die Fichten (Flachwurzler) gelten als besonders sturmanfällig, die Tanne und die Laubhölzer (insbesondere Eiche) als widerstandsfähig. Stabile, optimal aufgebaute Bestandsränder sind auch eine mögliche Vorbeugung gegen Sturmwurf, bei Orkanstürmen, wie sie im Frühjahr 1990 über ganz Mitteleuropa hinweggingen, ist jedoch keine Bestandsform, keine Baumart oder Mischungsform völlig sicher. Laubhölzer sind außerhalb der Vegetationsperiode weniger gefährdet, da ohne die Blätter der Wind weniger Angriffsfläche hat.

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