Vorbereitung der Holzernte

Noch vor dem Beginn der Holzernte sind die PSA, die Ausrüstung und die eigene körperliche Verfassung zu prüfen.

Es ist wieder Zeit für die Holzernte. Also rein in die Schnittschutzhose, die Motorsäge starten und ab zum nächsten Baum: Genau so sollte man die Holzernte nicht beginnen. Denn bevor man sich dem Abenteuer Waldarbeit hingibt, sollte man noch eine Reihe von Fragen abklären. Das Fällen von Bäumen ist kein Selbstzweck. Die Holzernte ist eine Maßnahme, mit der auch ein Ziel erreicht werden soll. Bei der Durchforstung wird die Stabilität erhöht und bei einer Endnutzung sollen die gefällten Bäume Ertrag bringen.

Für viele ist Waldarbeit noch immer reine Männersache, und die macht man natürlich alleine. Allein aus Sicherheitsgründen arbeiten professionelle Forstarbeiter aber immer zu zweit. Im bäuerlichen Betrieb kann die Waldarbeit alleine durchaus Sinn machen: Aber ebenso Sinn macht eine Aufsichtsperson, die aufmerksam beobachtet. Zahlreiche Todesfälle bei der Waldarbeit wären zu verhindern gewesen, wenn die Rettungsdienste rascher informiert worden wären. Außerdem gibt es durchaus Tätigkeiten abseits der Motorsäge, bei denen eine helfende Hand nützlich ist. Für die Aufsichtsperson gilt es aber, die Sicherheitsabstände einzuhalten: Beim Baumfällen soll die Entfernung zwischen Motorsägenführer und Aufsichtsperson mindestens 2 Baumlängen betragen, bei anderen Arbeiten mit der Motorsäge mindestens 2 m.

Einem selbst passiert ein Unfall bei der Waldarbeit nie, weil man kennt sich aus, und überhaupt ist bisher auch noch nie etwas passiert. Aber die absolute Sicherheit gibt es bei der Waldarbeit nicht. Beim Fällen können Kronenteile abbrechen und auf den Boden stürzen, der Baum kann durch einen plötzlichen Windstoß seine Richtung ändern, durch einen Holzfehler reagiert das Holz bei der Fällung anders als angenommen, oder es passiert einem in schwierigem Gelände ein fataler Fehltritt: die Unfallursachen sind vielfältig. Daher sollte man sich Gedanken machen über den Fall der Fälle. Ein Handy mit Empfang, ein Notverbandsset in Griffnähe sowie eine Notfallapotheke können über Leben und Tod entscheiden.

Wenn man in den Wald geht, um Holz zu schlagen, dann kann man mit Erholungssuchenden natürlich gar nichts anfangen. Allerdings hat jedermann das Recht, den Wald zur Erholungszwecken aufzusuchen. Natürlich dürfen Waldbesucher die Holzernte nicht behindern, dafür muss der Waldbesitzer aber auch laut Gesetz den Schlägerungsort absperren. Das bedeutet, dass ein Schild mit der Aufschrift „Befristetes Forstliches Sperrgebiet“ aufgestellt werden muss mit der Zusatztafel „Gefahr durch Waldarbeit“.

Die gute, alte Schnittschutzhose mag schon viele Holzernteeinsätze mitgemacht haben, die eigentliche Frage aber lautet: Taugt sie auch noch für die kommenden Holzernteeinsätze? Im Zweifelsfall sollte eine neue Hose angeschafft werden. Reparaturen dürfen bei der Schnittschutzhose nur am Oberstoff durchgeführt werden. Ist mehr als die obere Stoffschicht beschädigt, muss die Hose ausgesondert werden. Auch die restliche Schutzausrüstung sollte vor der ersten Holzernte überprüft werden. Dazu gehört:

  • Helm
  • Gehörschutz
  • Augenschutz
  • Signalfarbene Arbeitsbluse
  • Arbeitshandschuhe
  • Festes Schuhwerk mit rutschfesten Sohlen
  • Erste-Hilfe-Material

Der UV-Indikator an der Oberseite des Schutzhelms gibt darüber Auskunft, ob der Helm noch brauchbar ist.

Man schätzt sie sehr, doch leider hat man nur in den Wintermonaten wirklich Zeit, sich um sie zu kümmern. In den Monaten dazwischen wartet die Motorsäge eher unbeachtet auf die nächsten Holzernteeinsätze. Soll es nun erneut gemeinsam in den Wald gehen, dann sollte vorher der Motorsäge nochmals sehr viel Aufmerksamkeit geschenkt werden. Ein nochmaliges Lesen der Bedienungsanleitung wäre ratsam, um sich noch mal alle Funktionen in Erinnerung zu rufen. Moderne Motorsägen verfügen über eine ganze Reihe von Sicherheitsfunktionen:

  • Kettenbremse mit Schutzbügel
  • Kettenfangbolzen
  • Antivibrationssystem
  • Gashebelsperre
  • Stoppschalter
  • Schalldämpfer
  • Sicherheitskette
  • Kettenschutz

All diese Sicherheitseinrichtungen sollten nochmals überprüft werden. Auch das Zubehör sollte auf Vollständigkeit überprüft werden.

Zuletzt sollte man noch sich selbst überprüfen: Bin ich wirklich fit genug, um die schwere Arbeit im Wald zu erledigen? Hat man sich in den letzten Wochen ausreichend bewegt, oder kommt mit der Holzernte auf den Körper plötzlich eine ungewohnte, immense Belastung zu? Sind alle Krankheiten wirklich auskuriert, plagen einen keine Wehwehchen an Knien oder Rücken, die im Laufe der Waldarbeit zu schmerzhaften Beeinträchtigungen werden können? Und ist man auch geistig fit: Wird man nicht abgelenkt durch Sorgen oder Ärger aus dem Alltag? Hat man die nötige Konzentration beim Fällen?

Hat man diese Checkliste erfolgreich abgearbeitet, steht der Arbeit im Wald nichts mehr im Wege.

Werkzeuge für die Starkholzernte. Grafik: FHP
Werkzeug für die Schwachholzernte. Grafik: FHP
Zubehör für die Holzernte. Grafik: FHP