Fällung

Die sicherste Methode die Motorsäge zu starten ist der Start am Boden. Foto: Stilhl

Fällung

Die Motorsäge ist immer noch das wichtigste Instrument der Holzernte, und das wird sich auch trotz allen technischen Fortschritts in den nächsten Jahren nicht ändern. Als Waldbesitzer, der in seinem Wald selbstständig die Holzernte durchführen will, ist es notwendig, den korrekten Umgang mit der Motorsäge zu beherrschen. Arbeitsproduktivität und Sicherheit sind davon abhängig, ob der Waldbesitzer Gelerntes im Wald mit der Motorsäge umsetzt oder sich selbst und Dritte gefährdet, indem so gearbeitet wird, „wie man es schon immer machte“.

Sicheres Arbeiten mit der Motorsäge beginnt bereits vor dem ersten Start der Motorsäge, indem sowohl Motorsäge als auch Bestand und Witterung überprüft werden.

  • Vor dem Start sind die Sicherheitseinrichtungen zu kontrollieren.
  • Die Sicherheitsreinrichtungen gehören ständig gewartet.
  • Defekte Teile sind sofort auszutauschen, die Arbeit ist solange zu unterbrechen.
  • Kettenspannung, Kettenschärfe, Kettenöl und den Treibstofftank überprüfen.
  • Vor dem Start ist die persönliche Schutzausrüstung anzulegen.

Die Witterung kann einen wesentlichen Einfluss auf die Fällung haben. Die unterschiedlichen Witterungserscheinungen wie Frost und Wind wirken sich unterschiedlich aus.

Wind: Bei starkem Wind ist die Bruchleiste stärker zu belassen. Bei böigem Wind aus verschiedenen Richtungen oder sehr starkem Wind, bei dem die Fällrichtung nicht mehr eingehalten werden kann, ist die Fällarbeit unbedingt einzustellen.

Frost: Manche Keile ziehen schlecht oder springen heraus, deshalb sind bei Frost Kunststoffkeile einzusetzen. Gefrorene Äste im Kronenbereich können das Zufallbringen erschweren.

Schnee: Kronen mit Schnee oder Rauhreif sind schwerer. Dies kann auf die Fällrichtung Einfluss haben. Schnee und Eisstücke können während der Fällung abbrechen und den Motorsägenführer gefährden.

Nebel bzw. schlechte Sicht: Nicht nur Nebel, sondern auch starker Regen, Schneetreiben oder Arbeiten in der Dämmerung verschlechtern die Sicht. Sind Einzelheiten nicht mehr erkennbar, ist die Arbeit abzubrechen.

Regen: Gerade in Hanglagen kann der Waldboden sehr rutschig und schmierig werden, selbst mit geeignetem Schuhwerk. In solchen Fällen ist die Fällung ebenfalls zu unterbrechen, da die Gefahr besteht, dass der Motorsägenführer beim Zurückweichen ausrutscht.

Der Start kann auch im Stehen erfolgen, indem die Motorsäge zwischen die Beine geklemmt wird. Luftstart sind aufgrund ihrer großen Unfallgefahr stets zu unterlassen.
Die Hände umfassen die Haltegriffe so, dass der Daumen stets den Griff umschließt. Die Motorsäge wird stets mit beiden Händen gehalten. Foto: SVB
Beim Schneiden soll die Motorsäge möglichst abgestützt werden, entweder am Stamm oder am Oberschenkel. Das Abstützen erhöht die Sicherheit. Foto: SVB
Ursache Wirkung Abhilfe
Dürräste im unteren Stammbereich Verletzungen am Kopf und im Gesicht Aufasten bis in Kopfhöhe, Schutzhelm tragen
Fällkeil aus Stahl Splitterverletzungen Keine Stahlkeile verwenden
Herabfallende Äste Schwere bis tödliche Verletzungen Baum begutachten, Krone beim Fällen beobachten, Schutzhelm tragen
Fallende Baum Verletzungen Im Fällbereich dürfen sich keine Personen aufhalten.
Fallen des Baumes in falsche Richtung Verletzungen Im Fällbereich dürfen sich keine Personen aufhalten, richtige Fälltechnik anwenden.
Aufreißen des Stammes Schwere bis tödliche Verletzungen Richtige Fälltechnik verwenden
Abgleiten eines Baumes am Steilhang Schwere bis tödliche Verletzungen Sichern des Baumes mit Seil, Fällrichtung schräg zum Hang
Hängengebliebene Bäume Verletzungen durch niederstürzende Bäume Richtige Fälltechnik verwenden
Hängengebliebene Bäume – Zufallbringen mit darüberliegendem Baum Schwere bis tödliche Verletzungen Niemals ausführen
Stürzender Baum, zu Fall bringen mit Seilwinde Schwere bis tödliche Verletzungen Langes Seil verwenden, früh genug den Fällbereich verlassen, Ankerseile müssen stärker sein als das Zugseil

Gefahren bei der Fällung