Buchenwälder

An ihren Optimalstandorten ist die Buche so konkurrenzstark das sie fast nur Reinbestände ausbildet. Foto: Robert Videki/bugwood.org

Buchenwälder werden in der Literatur häufig so beschrieben, dass sie an sogenannten mittleren Standorten wachsen. Darunter werden Standorte verstanden, die weder zu trocken oder zu feucht sind. In diesen Gebieten ist die Rotbuche absolut vorherrschend und ohne menschlichen Eingriff würde der Großteil Mitteleuropas durch Buchenwälder beherrscht werden. Die Buche ist dabei so dominierend, das sie häufig Reinbestände ausbildet, in denen sie keinerlei Konkurrenz duldet. Ihre Kokurrenzfähigkeit gegenüber anderen Baumarten verdankt die Buche ihrer Toleranz Schatten zu ertragen, einzig Tanne und Eibe (die in freier Natur kaum noch zu finden ist) können mit ihr konkurrieren. Dementsprechend dunkel sind auch Buchenwälder: es handelt sich um einschichtige Bestände, mit wenig oder gar keiner Bodenvegetation. Dafür findet man in Buchenwäldern eine große Streuschicht. Für gewöhnlich bilden Reinbestände eher instabile Waldgefüge aus. Dies muss im Fall der Rotbuche relativiert werden: obwohl die Rotbuche großflächige Reinbestände ausbildet sind keine Schädlinge bekannt, die zur Massenvermehrung tendieren und den gesamten Bestand bedrohen. Daher sollte an den mittleren Standorten auch nicht zwangsweise versucht werden, die Reinbestände mit anderen Baumarten zu durchmischen: Einerseits gibt es auch Sicht der Stabilität keinerlei Veranlassung dafür, gleichzeitig müssen solche Mischbaumarten permanent freigestellt und gefördert werden gegenüber der Rotbuche, weshalb es sinnvoller erscheint, die Reinbestände zu belassen. An sehr nährstoffreichen Standorten, in denen Esche und Bergahorn wüchsige Individuen ausbilden, sowie mit ansteigender Höhenstufe und einer steigenden Konkurrenz der Tanne, macht der Mischbestand mit der Buche aber durchwegs Sinn. Auch an trockenen Südhängen kann eine Vermischung mit der Eiche eine Option darstellen.

Baumartenspektrum Buchenwälder: Rotbuche, Hainbuche, Stieleiche, Traubeneiche, Spitzahorn, Bergahorn, Traubenkirsche,  Esche, Tanne

Das Baumartenspektrum ähnelt zwar dem der Eichenwälder, allerdings sind die Wachstumsbedingungen gänzlich anders: da im Buchenwald viel weniger Licht durch die Kronen gelangt, sind Lichtbaumarten wie die Eichen, Ahorn, Traubenkirsche und Esche freizustellen. Am geeignetsten erscheint hierfür ein Femelschlag, indem dann die Edellaubbaumarten in einem Klumpen gepflanzt werden. Die Buche selbst wird traditionell über den Schirmschlag verjüngt, für begleitende Mischbaumarten ist diese Verjüngungsmethode aber nicht anwendbar im Buchenwald, da für die Voraussetzung für das Gelingen ein großer Bestand an Samenbäumen ist. Mischbestände im Buchenwaldgebiet sollten aber nur dort angestrebt werden, wo die Standorte besonders nährstoffreich sind, und somit von Baumarten, die wertvolles Holz ausbilden wie Traubenkirsche und Esche, bewachsen werden.