Bodenansprüche der wichtigsten Baumarten

Innerhalb eines Waldgebietes gibt es kleinstandörtliche Unterschiede, die für die Baumartenwahl entscheidend sind. Foto: BMNT

Schwarzerle: Die Schwarzerle wächst entlang von Fluss- und Bachläufen, auch in Gebirgseinschnitten, die durch Flüsse geformt wurden (Schluchtenwälder). Die Schwarzerle ist hinsichtlich Bodenart und Nährstoffverhältnisse sehr tolerant. Sie verträgt Staunässe auch sehr gut, wo immer sie natürlich vorkommt ist die Schwarzerle ein Zeiger für Grundwasservorkommen.

Kiefer: Die Kiefer kann schwach verdichtete und grundwasserbeeinflusste Böden gut durchwurzeln. Auch nährstoffarme Böden und Rohböden sagen ihr zu. Die Kiefer ist die Baumart, die am besten mit trockenen Standortsbedingungen zurechtkommt.

Esche: Die Esche ist eine der anspruchsvollsten heimischen Baumarten (Edellaubholz) und wächst daher nur auf tiefgründigen, nährstoff- und basenreichen, lockeren, gut wasserversorgten Böden. Staunässe verträgt sie hingegen nicht. Ihr Vorkommen zeigt gute bis sehr gute Bodenertragskraft an.

Bergahorn: Ähnlich wie die Esche ist der Bergahorn anspruchsvoll was die Bodenverhältnisse betrifft. Der ideale Boden für den Bergahorn ist feucht, nährstoff- und basenreich. Lockere, mittel- bis tiefgründige Lehmboden werden ebenso vom Bergahorn bewachsen wie auch feuchte Geröllböden. Gegenüber Staunässe ist er intolerant.

Eiche: Trauben- und Stieleichen zählen zu den wurzelkräftigsten Baumarten und können auch schwere Böden tiefgründig aufschließen. Stiel­eichen dominieren auf wasserbeeinflussten Böden und können auch tiefgründige, sandige Böden durchwurzeln. Auf flachgründigen und grobskelett­reichen Böden sind die Traubeneichen im Vorteil.

Die meisten Bäume können bei Staunässe nicht wurzeln, für die Schwarzerle hingegen ist das kein Problem. Foto: BMNT_Alexander Haiden

Fichte: Schwere, bindige Böden und wechselfeuchte Böden, die zum Wasserstau neigen (Pseudogleye), sind ungeeignet für den Fichtenanbau. Die Fichte kann diese Böden kaum tiefreichend durchwurzeln und sie ist dort äußerst labil. Ein in der Jugendphase kräftiges Wachstum täuscht auf diesen Böden über spätere Stabilitätsprobleme hinweg. Seichtgründige und grobskelettreiche Böden ver­stärken den Trockenstress, vor allem in trockenen Gebieten. Bodenversauerung macht ihr wenig aus.

Lärche: Die Lärche ist ein Tiefwurzler, der im Hochgebirge auf Rohböden keimt. Sie benötigt einen gewissen Grad an Bodenfeuchte für ihr Gedeihen, kann aber auch auf dichten, lehmigen Böden wurzeln.

Tanne: Die Tanne ist Pfahlwurzler, kann damit auch schwere, bindige Böden tiefgründig erschließen und ist daher auf solchen sensiblen Standorten von großer ökologischer Bedeutung.

Buche: Das Herzwurzelsystem der Buche ist auf tiefgründige, nicht zu schwere Böden beschränkt. Auf dichten, bindigen Böden kann auch sie nur sehr flach wurzeln. Sie stellt höhere Ansprüche an die Nährstoffe. Als Mischbaumart für künstliche Nadelholzbestände ist sie daher nur auf Standorten mit guter Nährstoffversorgung konkurrenzfähig.