Klimafitter Waldbau

Speziell in den Bergwäldern wird es zu einem Baumartenwechsel kommen, die längeren Vegetationsperioden lassen Laubbaume wie Bergahorn und Buche nach oben wandern, dafür verliert die Fichte an Lebensraum. Foto: Markus Bolliger/shutterstock

Klimawandel bedeutet Wandel der Bewirtschaftung

Der Wald ist auch einer der wichtigsten Kohlenstoffspeicher. Zur Vermeidung des Klimawandels kann die Waldwirtschaft selbst aber wenig beitragen, da waldzerstörende Praktiken wie der Wanderfeldbau oder großflächige Abholzungen, die lange Zeit unbewachsen bleiben, ohnehin nicht in Mitteleuropa erlaubt und üblich sind. Die Waldwirtschaft kann allerdings den Rohstoff und Kohlenstoffspeicher Holz durch eine nachhaltige Bewirtschaftung bereitstellen. Als Bauholz oder Möbel stellt Holz einen Kohlenstoffspeicher für Jahrzehnte dar.

Als Waldbesitzer kann man mit einigen Bewirtschaftungsmaßnahmen die Auswirkungen des Klimawandels einschränken. Diese sind aber umgehend einzuleiten, da Anpassungen in der Waldwirtschaft viel Zeit benötigen.

Durch die Vielfalt an Baumarten und Ungleichaltrigkeit sind Mischwälder flexibler.

  • Reduzierung der Fichte sowie Beimischung von Mischbaumarten in Monokulturen

Die vermehrten Windwürfe sowie die besseren Bedingungen für Schadinsekten machen selbst in Höhenlagen eine Bewirtschaftung von Monokulturen unmöglich.

Bäume, die durch Naturverjüngung aufkommen, sind an die standörtlichen Bedingungen besser angepasst.

Da die Verjüngung auf Kahlflächen stärker unter Trockenstress leiden wird, soll die Verjüngung (künstlich und natürlich) durch den Schatten des Altbestands vor Austrocknung geschützt werden.

Je naturnäher ein Bestand ist, desto geringer ist das Bestandesrisiko

Die Dauerwaldbewirtschaftung ist eine der wichtigsten waldbaulichen Antworten auf den Klimawandel. Wird das milde Waldinnenklima ständig erhalten, so lassen sich die schädlichen Auswirkungen des Klimawandels verringern.

Gänzlich verhindern werden sich die (möglichen) schädlichen Auswirkungen des Klimawandels nicht lassen. Vor allem die Zunahme von starken Stürmen sowie die Trockenperioden in den Sommermonaten werden einen schädigenden Einfluss auf die Wälder haben. Entscheidend hierbei ist aber, inwiefern die Wälder in der Lage sind, diese Schäden zu tolerieren. Am Besten geeignet erscheinen dafür Mischwälder, die aus Baumarten zusammengesetzt sind, die den jeweiligen Waldgesellschaften und Höhenlagen entsprechen.

Eine permanente Bestockung der Waldfläche ohne großflächige Blössen ist ein Schlüsselelement in der klimafitten Waldwirtschaft.