Kupferstecher

Schadbild und Aussehen des Kupferstechers. Foto: Robert Dzwonkowski/bugwood.org

Lange Zeit blieb der Kupferstecher (Pityogenes chalcographus) der Aufmerksamkeit der Waldbesitzer verborgen. Als „Waldverwüster“ stand der Buchdrucker (Ips typographus) im Mittelpunkt des Interesses. Auch wenn der Kupferstecher weniger prominent ist, sein Schadenspotential ist nicht weniger bedeutend. Neben der Fichte werden auch Tanne, Lärche und Douglasie befallen. Der Kupferstecher benötigt dünne Rinde, weshalb vornehmlich junge Bäume oder dünne Äste im Kronenraum besiedelt werden.

Brutstätte Schlagabraum

Enorme Gefahr geht vom Schlagabraum aus. Bereits in dünnen Ästen von 1 bis 2 cm Durchmesser vervielfachen sich die Käferzahlen. Der Reproduktionsfaktor stieg bei Durchmessern von 6 – 7 cm auf 1:10 (Altkäfer : Jungkäfer) an. Auf einer Rindenfläche von 10 x 10 cm können bis zu 500 Käfer ausfliegen!! Den im Wald verbliebenen Schlagabraum und Kronenteilen von Fichten entstammen also riesige Mengen von Kupferstechern! Material, das zwischen Herbst und Frühjahr anfällt, wird weniger stark besiedelt. Im Sommer ist die Befallsdichte etwa fünfmal höher mit durchschnittlich 100 Altkäfern/Probestück, jedoch können sich die Käfer auf Grund der hohen Besiedlungsdichte und daraus erfolgender Brutraumkonkurrenz sowie der Austrocknung bei großer sommerlicher Hitze und intensiver Sonneneinstrahlung nicht so stark vermehren. Allerdings ist auch hier eine hohe Gefährdung gegeben, da die Altkäfer das Material wieder verlassen und bei hoher Dichte auch zu Stehendbefall fähig sind.

Saubere Waldwirtschaft

Anhand dieser Zahlen wird deutlich, welches Schadenspotential im Schlagabraum schlummert. Allerdings ist es nicht notwendig, jeden Schlagabraum zu entfernen. Bei einer niedrigen Ausgangsdichte stellt der Kupferstecher keine große Gefahr dar. Handlungsbedarf besteht aber dann, wenn günstige Vermehrungsbedingungen entstehen. Befinden sich Fichten im Trockenstreß und werden durch naheliegende Erntemaßnahmen große Mengen an Schlagabraum erzeugt, so ist die Gefahr einer Massenvermehrung des Kupferstechers groß.

Im Gegensatz zum Buchdrucker ist beim Kupferstecher die Früherkennung nicht möglich. Der Kupferstecher greift im Kronenraum an (Stehendbefall). Symptome an den Bäumen sind erst dann erkennbar, wenn eine Jungkäfergeneration ausgeschwärmt ist. Als typische Befallshinweise gelten fahle, später rot gefärbte Nadeln. Der Befall beginnt in der Kronenspitze und wandert die Krone nach unten. Hat man die Hinweise richtig erkennt, ist es für eine Bekämpfung trotzdem zu spät: man läuft dem Ereignis hinterher.

Schon dünne Äste reichen dem Kupferstecher als Brutmaterial.

Um den Kupferstecher wirksam zu bekämpfen, ist es erforderlich, die Methoden der sauberen Wirtschaft mit allen Konsequenzen anzuwenden. Das heißt: Schlagabraum, Kronenteile, Äste und dünnere Stammstücke müssen mittels Hacken, Mulchen oder Verbrennen unschädlich gemacht werden. Diese Verfahren sind kosten- und arbeitsaufwändig sowie oft nicht in ausreichendem Umfang und zeitgerecht zu bewerkstelligen. Auch wenn diese Maßnahmen mühsam sind: der Kupferstecher ist in der Lage, seine Zahl bereits in der ersten Folgegeneration zu verzehnfachen. Grund genug also, den Schlagabraum bei günstigen Vermehrungsbedingungen zu entfernen.