Abwehr von Freßfeinden

Mittels Harz bekämpfen Nadelbäume wie Fichte und Kiefer Schädlinge.

Pflanzen besitzen vielfältige Möglichkeiten der Abwehr von Freissfeinden. Dazu gehören vor allem Anpassungen an der Gewebeoberfläche, die potentielle Freissfeinde abhalten sollen vom Frass bzw. diesen zumindest erschweren sollen. Pflanzen enthalten auch diverses Inhaltsstoffe, die auf den Stoffwechsel ihrer Fressfeinde verschiedene Auswirkungen haben, wie etwas das Baumharz, das diverse Fressfeinde einschliesst und abtötet. Spezialisten unter den Fressfeinde werden von solchen Substanzen abgewehrt, das diese eine toxische oder sonst irgendwie hemmende (oft sogar tödliche) Wirkung ausüben. Es kann daher nur Nahrung aufgenommen werden die solche Substanzen in geringen Dosen enthält. Generalisten hingegen können hohe Dosen von an sich schädlichen Substanzen aufnehmen bzw. tolerieren. Pflanzen leiten ihre Abwehrmaßnahmen aber nicht nur präventiv ein, sondern sind auch in der Lage auf direkt auf Angriffe zu reagieren. Diese Mechanismen beruhen auf Proteine, die die Pflanzen ausstoßen und die bei ihren Fressfeinden – sowohl Spezialisten als auch Generalisten – Wachstums- und Entwicklungsstörungen verursachen. Dies ist deshalb von Bedeutung da viele Freissfeinde nicht als erwachsenes Individum die Fressschäden verursacht sondern im Juvenilstadium, also etwa als Raupe. Sind die Abwehrstoffe der Pflanze erfolgreich, so wird entwickelt sich die Raupe nicht weiter, kann ihren Reifungsfraß nicht weiter durchführen und sich nicht zu einem Schmetterling verpuppen – und somit auch keine Nachkommen zeugen. Diese Wirkungen betreffen also nicht nur den jeweiligen Fressfeind auf der Pflanze sondern auch die Gesamtpopulation der Fressfeinde.

Als Koevolution versteht man die wechselseitige Anpassung von Pflanze und Fressfeind. Vereinfacht kann das etwa an der Härte von Samen und der Veränderung von Vogelschnäbeln dargestellt werden. Es ist allerdings zu erwähnen, dass bisher der Wissenschaft es noch nicht gelungen ist einen lückenlosen Nachweis für solche Anpassungen zu finden, auch deshalb weil keine einzige Pflanzenart nur mit einem einzelnen Fressfeind konfrontiert ist. Am ehesten ist davon auszugehen, dass Pflanzen Anpassungen an die Fressfeinde entwickeln, die den stärksten Druck ausüben.