Erhalt von Forststraßen

Froststraßen sollen den ganzjährigen Holztransport ermöglichen.

Sowohl ihre Bedeutung für die Waldbewirtschaftung als auch die Investitionskosten machen es notwendig, die Forststraße laufend zu pflegen. Sowohl die Decke als auch die Tragschichten unterliegen einem ständigen Verschleiß. Damit der Holztransport sicher durchgeführt werden kann, muss die Forststraße gewartet werden.

Die Schäden von Waldwegen haben verschiedene Ursachen:

  • Raddruck
    Pressungen und Verdrückungen an der Fahrbahndecke und dem Unterbau führen zu Spurrillen, Materialwülsten und Schlaglöchern. Solche Schäden sind häufig ein Hinweis dafür, dass die Tragfähigkeit der Straße für die transportieren Lasten zu gering dimensioniert wurde.
  • Rollbewegung der Räder

Materiallockerungen, Zermahlung der Verschleißschicht und Verlagerung des Baumaterials sind die Folge. Diese Schäden sind Folgen des normalen Verschleißes der Forststraße.

  • Rücken

Stämme führen ebenfalls zu einer Beschädigung der Forststraße, sei es durch Forstspezialschlepper oder Forsttraktoren. Solche Schäden können durch die Verwendung von Krananhängern und Forwardern verhindert werden.

  • Witterungseinflüsse

Hitze, Niederschlag und Frost schädigen die Straße. Vor allem bei extremer Witterung leidet die Forststraße.

  • Pflanzenbewuchs

Das Bankett wird von Gräsern, Kräutern und Sträuchern als erstes besiedelt, in der Folge breitet sich der pflanzliche Bewuchs bis zum Mittelstreifen aus. Der Bewuchs hindert den Abfluss des Wassers, außerdem lockern die Wurzeln die Fahrbahn. Auch Laub und Reisig verstopfen die Wasserableitungen.

  • Holztransport bei nasser Witterung

Der häufigste Schaden ist immer noch das Befahren der Forststraße von beladenen LKWs bei feuchter oder gar nasser Witterung. Durch gezielte Planung können diese Schäden verhindert werden. Trockene und gefrorene Forststraßen sind am widerstandsfähigsten gegenüber Schäden. Die Fahrbahndecke, die Wasserleitungen sowie die Böschung sind die drei Elemente der Forststraße, die laufend gewartet werden müssen.

Wasser ist der größte Feind der Forststraße. Foto: Bankbuster/shutterstock

Die Fahrbahndecke kann in einem einwandfreien Zustand gehalten werden durch

  • Einsatz von Wegpflegegeräten, die am Traktor angebaut werden. Diese reinigen mittels Metallleisten Verunreinigen an der Fahrbahndecke ab und führen verlagertes Feinmaterial der Deckschicht auf den Weg zurück.
  • Ausbessern kleinerer Schlaglöcher: Dabei werden mittels Spitzhacke Schlaglöcher bis auf den Grund ausgehackt und mit neuem Material befüllt. Sollte sich Wasser in den Schlaglöchern befinden, ist dieses vorher zu entfernen. Mit neuem Material das Loch auffüllen und mit dem Handstampfer verdichten.
  • Einsatz des Graders: Abräumen von Bewuchs und Verunreinigungen in die Seitenräume und Neuverteilung des Fahrbahnbelages. Dabei wird das Feinmaterial aus dem Bankett auf den Weg zurückverlagert.

Sind bereits gröbere Schäden entstanden, die durch obige Maßnahmen nicht mehr behoben werden können, so ist eine Wiederinstandsetzung notwendig. Diese Arbeiten sind an Spezialisten zu übergeben, da hierfür Maschinen und Fachwissen benötigt werden, die die Kapazitäten eines bäuerlichen Betriebes überschreiten. Im Übrigen übergeben auch die Mehrzahl der Forstbetriebe solche Arbeiten an Dienstleister, nur sehr große (staatliche) Forstbetriebe wie die Österreichischen Bundesforste oder die Bayrischen Staatsforste, die über entsprechend große Straßennetze verfügen, führen die Wiederinstandsetzung selbst durch. Dasselbe gilt für die Wiederinstandsetzung von Böschungen und Wasserableitungen: Auch für ihre Pflege werden Spezialmaschinen benötigt.