Produktion von Hackschnitzeln

Hackschnitzelproduktion bei ausreichender Wegbreite. Foto: LWF Bayern.

Die Produktion von Hackschnitzeln ermöglicht Waldbesitzern neue Möglichkeiten: So lassen sich notwendige Waldschutzmaßnahmen kostendeckend durchführen und zudem wird eine neue Einkommensquelle eröffnet. Sofern die Hackschnitzel nicht im eigenen Betrieb zum Einsatz kommen, sollten bereits vor der Bereitstellung Abnahme und Lieferzeitpunkt vertraglich gesichert werden. Viele forstliche Zusammenschlüsse (Forstbetriebsgemeinschaften, Waldbesitzervereinigungen) haben Rahmenlieferverträge mit Heizwerken und unterstützen ihre Mitglieder bei der Hackschnitzelvermarktung. Die zügige Abwicklung erhöht die Waldschutzwirksamkeit und reduziert Heizwertverluste.

Bei der Hackschnitzelbereitstellung kommen oft Maschinen mit unterschiedlichen Mengenleistungen zum Einsatz. Gekoppelte Verfahren sind eher nicht zu empfehlen: da alle Arbeitsschritte nacheinander erfolgen bedarf es einem hohen Grad an Organisation, kleine Pannen oder Verzögerungen führen zu Wartezeiten und höheren Kosten. In der Praxis schneiden deshalb zeitlich entkoppelte Verfahren günstiger ab. Je höher mechanisiert ein Verfahren ist, desto stärker schlagen die Kosten beim Umsetzen, Wartezeiten oder Pannen zu Buche. Niedrig mechanisierte Bereitstellungsverfahren haben allerdings eine deutlich geringere Leistung. Wesentlich für den erzielbaren Erlös ist die Qualität der Hackschnitzel: Hochwertige Hackschnitzel haben einen hohen Holzanteil und einen niedrigen Wassergehalt. Bei größeren

Hackschnitzelproduktion bei zu geringer Wegbreite. Foto: LWF Bayern.

Je nach Bestand und Arbeitskapazität des Waldbesitzers empfehlen sich unterschiedliche Verfahrensketten. Eine Kombination verschiedener Geräte mit dem nächsthöheren Mechanisierungsgrad beim jeweils nachfolgenden Verfahrensschritt (z. B. Ernte mit Motorsäge und Rücken mit Forwarder) ist durchaus möglich. Die Kombination mit Geräten der nächstniedrigeren Kategorie ist meist unwirtschaftlich (z. B. Ernte mit Harvester und Rücken mit Seilschlepper). Bewährt hat sich das motormanuelle Fällen und Aufarbeiten im Bestand, das Rücken des Hackholzes und Poltern an der Forststraße mit Forwardern oder Rückeanhängern und das Hacken mit mobilen kranbeschickten Hackaggregaten. Der Transport der Hackschnitzel zum Heizwerk oder zum Lager erfolgt unmittelbar anschließend mit landwirtschaftlichen Schleppern oder LKW.

Für die Produktion ist folgendes zu beachten:

  • Die Mindestmenge pro Hackholzpolter soll sich am Ladevolumen des eingesetzten Transportmittels orientieren
  • Um das Rücken zu erleichtern soll Hackholz bereits bei der Ernte auf max. 6 m ausgeformt werden
  • Das Hackholz ist rechts an der Forststraße in Fahrtrichtung des Hackers abzulegen, da sich bei den meisten Hackern der Einzugstisch rechts befindet
  • Gelagert soll nur an ganzjährig LKW-fahrbaren, durchgängigen Forststraßen werden

Die Verwendung von Ast- und Gipfelmaterial für die Waldhackschnitzelbereitstellung sollte nur in Ausnahmefällen erfolgen, am ehesten eigenen sich hierfür nährstoffreiche Laubmischwälder. In Nadelwäldern sollte man auf die Ganzbaumnutzung verzichten, um den Nährstoffkreislauf nicht zu beschädigen. Der Nährstoffentzug kann durch Entasten und Zopfen des Hackholzes vermieden werden. Dadurch bleiben Nährstoffe im Ökosystem und die Wuchskraft wird erhalten. Zusätzlich steigen die Qualität der Hackschnitzel und damit die erzielbaren Erlöse. Mehr über die Gefahren der Ganzbaumnutzung lesen Sie hier.