Forsttraktoren

Forsttraktor mit Forstausrüstung. Foto: SVB

Nicht nur im Bauernwald unverzichtbar

Neben der Motorsäge gehört der Traktor zu den wichtigsten Maschinen. Der Einsatzschwerpunkt ist die Holzbringung, Traktoren sind aber auch für andere Aufgaben einsetzbar. Die wichtigsten Bauteile eines Traktors sind das Fahrgestell, der Aufbau und die elektrische Anlage. Besondere Bedeutung hat die Rahmenbauweise beim Forsttraktor. Der Rahmen ist das tragende Gerüst des Fahrzeugs. Im Forsteinsatz wird der Rahmen durch Geländeunebenheiten und ungleichmäßige Belastungen stark beansprucht. Die meisten Forsttraktoren sind in der sogenannten Blockbauweise gefertigt. Die einzelnen Bauteile sind dabei zu einem starren, selbsttragenden Block verbunden. Diese selbsttragende Bauweise erfordert für den Rückeeinsatz eine zusätzliche Verstärkung durch einen Hilfsrahmen aus Stahl für zusätzliche Anbauten, da der Block bei starker Belastung sonst brechen könnte.

Einsatzart Tätigkeit Anbaugerät
Holzernte Zufallbringen von Bäumen Seilwinde
Bringen von Langholz Seilwinde
Holzbringungen aus nicht schleppertauglichem Gelände Seilkran
Bringen von Kurzholz Krananhänger, Rückezange
Antrieb von Aufarbeitungsgeräten Anbauprozessor
Anbauspalter
Anbauhacker
Kulturpflege Räumen von Hiebsflächen Reisigräumgerät
Bodenbearbeitung Streifenpflug, Grubber
Ziehen und Antrieb von Pflanzgeräten Pflanzgerät
Kultur- und Landschaftspflege Mähgerät, Fräsen
Forstschutz Zaunbau Erdbohrer
Wegeinstandhaltung Ziehen und Antrieb von Wegepflegegerät Wegepflegegerät
Mähen von Banketten Mäher
Sonstiges Transportarbeiten
Ausbringung von Dünger
Schneeräumen Schneepflug

Einsatzmöglichkeiten von Forsttraktoren – Der Forsttraktor dient als Trägermaschine verschiedener Anbaugeräte, wodurch er vielseitig in der Waldbewirtschaftung einsetzbar ist

Maschinenelemente beim Forsttraktor. Grafik: Der Forstwirt/Ulmer Verlag

Überhaupt unterliegt der Traktor im Forsteinsatz wesentlich stärkeren Belastungen als im landwirtschaftlichen Betrieb. Um unnötigen Ärger und Standzeiten durch Beschädigungen am Traktor zu vermindern, ist es nötig, gewisse Komponenten zu schützen. Eine der Hauptunfallursachen bei der Bedienung von Forsttraktoren ist das Reißen, Brechen oder Splittern von Teilen. Dies können herabfallende Baumteile, herumschleudernde Teile von Seilen und Anschlagmitteln oder auch brechende Holzteile sein. Zum Erhöhen der Sicherheit werden Schutzgitter an der Kabinenhinterseite oder auch Schutzplatten am Dach der Kabine eingesetzt.

Die wichtigsten schutzbedürftigen Bauteile sind der Unterbodenverbau für Motor, Getriebe und Tank. Dieser schützt vor schwerwiegenden Beschädigungen durch den Kontakt mit Ästen, Wurzelstöcken und Steinen. Ein Riss an Getriebeteilen oder an der Ölwanne entsteht oft unbemerkt und kann bis zum Totalschaden des Motors oder Getriebes führen. Die Verwendung von Forstreifen mit stark dimensioniertem Ventilschutz und Schutzring an der Felgenkante bietet bestmöglichen Schutz vor Beschädigungen durch Stich- oder Schnittverletzungen. Zusätzlich werden Verformungen an der Felgenkante oder das Abreißen des Ventiles verhindert. Stichverletzungen bzw. Schnittverletzungen an normaler Ackerbereifung sind oft irreparabel und daher sehr kostspielig.

Zum Schutz von Motorhaube, Kabine, Auspuff, Heckkotflügel und Scheinwerfern kann ein Astabweiser montiert werden. Dadurch werden Äste und Gestrüpp frühzeitig vom Fahrzeug abgelenkt. Da bei der Verwendung von Gleitschutzketten des Öfteren Astmaterial mit dem Kettennetz aufgenommen wird, empfiehlt es sich, spezielle Kotflügel zu verwenden, die entweder sehr massiv, kompakt oder abnehmbar ausgeführt werden, um Bruch oder Verformungen zu vermeiden. Der Einstiegsbereich sollte so ausgeführt sein, dass es zu keinen Beschädigungen daran kommen kann, denn daraus resultierender Sturz und Fall gehört zu den weiteren Hauptunfallursachen bei der Waldarbeit.

Aufbau einer Bergstütze: Schild, Seilführung und Hubkinematik. Grafik: Der Forstwirt/Ulmer Verlag