Negative Effekte des Kahlschlags

Kahlschlag
Wind, Sonneneinstrahlung und Niederschlag können auf der Kahlfläche ungehemmt auf junge Bäume einwirken. Foto: Norbert Frank/bugwood.org.

Obwohl mit dem Kahlschlag einige schwerwiegende negative Effekt verbunden sind, ist er immer noch die am häufigsten angewandte Erntemethode. Mit zunehmender Größe nehmen auch die negativen Wirkungen zu, auch sind größere Kahlflächen schwerer wiederzubewalden als kleine Flächen, da hier die angrenzenden Bestände das raue Freiflächenklima abmildern.

Erosion

Erosion tritt vor allem auf Hängen auf. Der Boden verliert nach dem Kahlschlag die Fähigkeit, Wasser zu speichern, weshalb bei starken Niederschlägen das Regenwasser abfließt und den Oberboden – die fruchtbarste Bodenschicht – abtransportiert.

Bodenverhagerung

Die Bodenverhagerung ist eine Kombination aus Wind und Sonneinstrahlung. Der Wind verweht die Bodenstreu, und es kommt zu Nährstoffverlusten. Die Sonneneinstrahlung trocknet zusätzlich den Boden aus. Die Bodenverhagerung bedeutet einen großen Verlust an Fruchtbarkeit. An solchen Standorten wachsen nur noch sehr anspruchslose Baumarten wie Birke oder Kiefer.

Vergrasung und Verunkrautung

Verschiedene Grasarten und Kräuter sind überaus wüchsig und konkurrenzfähig. Junge Forstpflanzen werden bedrängt und konkurrieren um Licht, Wasser und Nährstoffe. Abgestorbene Gräser können auch zu einem Filz im Oberboden führen, durch den die Keimung von Baumsamen erschwert oder ganz verhindert wird. Im Winter fördert Gras die Abstrahlung und führt zu Bodenfrösten.

Rüsselkäfer

Der Rüsselkäfer wird auch als Geißel der Kahlschlagwirtschaft bezeichnet. Der Rüsselkäfer befällt die Aufforstungen von Fichte und Kiefer. Neben einer mehrjährigen Schlagruhe, in der die Kahlfläche nicht aufgeforstet wird, hilft nur der Einsatz von Insektiziden.