Schutzwälder auf den Klimawandel vorbereiten

Gebirgswald

Pro Silva Österreich hielt im April eine Fachexkursion in den Tiroler Schutzwäldern ab. Gemeinsam mit Experten aus ganz Österreich besuchte man drei Exkursionspunkte, an denen standortangepasst Waldwirtschaft gezeigt wurde.  Der Klimawandel und seine Folgen wirken sich zunehmend auf den Wald im Alpenraum aus. Wochenlange Trockenheit und Starkregen machen dem Tiroler Schutzwald immer heftiger zu schaffen. Zudem beeinflussen die veränderten Gegebenheiten auch die Tier-& Pflanzenwelt. Erhöhtes Borkenkäfer-Aufkommen aber auch der Wildeinfluss stellen die Wälder zusätzlich auf eine Belastungsprobe. Um auch künftigen Generationen ein intaktes „Schutzschild“ gegen Naturgefahren zu hinterlassen, müssen die Anpassungsmaßnahmen in den Bergwäldern rechtzeitig in Angriff genommen werden. Auf den besuchten Exkursionspunkten steht im Vordergrund natürlich vorkommenden Laubbaumarten in den Bestand einzubringen. Diese dienen als Ersatz für die zunehmend unter Druck kommende Fichte und Kiefer. Vor allem Fichtenreinbestände sollen in Mischwaldbestände umgewandelt und damit die Widerstandskraft gegen Klimaextreme erhöht werden. Klimaangepasste Wälder sind wesentlich, um die nationale Schutzfunktion auf Dauer zu sichern. Immerhin sind über 60 Prozent der Gesamtwaldfläche Tirols als Schutzwald ausgewiesen und stellen die Grundlage für den Lebensraum in Tirol dar. Pro Silva Austria empfiehlt, dass besonders in Gebieten, die vom Klimawandel schon heute unmittelbar betroffen sind, die Abschüsse verbindlich erhöht werden, sowie bei Reh- und Gamswild rechtliche Einschränkungen von Abschusshöhe und Geschlechterverhältnis fallen.