Borkenkäfer: Keine Entwarnung

Pheromonfalle

Die kühlen Temperaturen Anfang und Mitte Mai haben den Schwärmflug des Buchdruckers und Kupferstechers kurzfristig fast zum Erliegen gebracht. Die ansteigenden Temperaturen seit Ende Mai führen nun wieder zu starker Aktivität beider Borkenkäferarten

Aktuell sind in den ausgelegten Bruthölzern überwiegend Larven zu finden. Puppen wurden erst in dieser Woche in einem (Zusmarshausen) von 12 Bruthölzern gefunden. Im Gegensatz zum Vorjahr erfolgte die Besiedlung dieses Jahr witterungsbedingt schleppend und verspätet. Der Ausflug der ersten Generation, die nach Ostern angelegt wurde, erfolgt in den tieferen und mittleren Lagen frühestens Mitte bis Ende Juni bei weiterhin hohen Temperaturen.

Diese Brut- und Entwicklungsverzögerung bedeutet jedoch keine Entwarnung für das weitere Borkenkäferjahr. Die aktuellen Anflugzahlen weisen auf einen massiven Befallsdruck hin. Trotz der beobachteten Entwicklungsverzögerung muss auch dieses Jahr bei weiter warmen Temperaturen mit der Anlage einer 3. Generation gerechnet werden.

Die aktuellen Verhältnisse finden Sie unter folgenden Weblinks:

Österreichisches Borkenkäfer Monitoring

Borkenkäfermonitoring Bayern

Forstdienst Baden-Württemberg

Wald und Holz NRW

Bohrlöcher.
Bohrlöcher die mit Harz und Bohrmehl verstopft sind sind der früheste Nachweis des Befalls.

Was tun gegen den Borkenkäfer?

Nutzen Sie jeden Tag zum Auffinden und Aufarbeiten des befallenen Holzes! Um in den Regionen mit gemeldeten Stehendbefall ein erneutes Ausfliegen der Altkäfer zu verhindern, ist der unverzügliche Einschlag und Abtransport des befallenen Holzes unerlässlich!

  • Kontrolle von Randbäumen auf frischen Stehendbefall: an letztjährigen Käfernestern, insbesondere wo noch immer letztjährige Käferbäume stehen, an aufgerissenen, süd- und südwestlichen Waldrändern, um befallenes liegendes Holz bzw. Holzpolter.
  • Befallskontrolle von liegenden bruttauglichen Fichtenkronen und Resthölzern u. a. auch aus den Sturm- und Schneebruchschäden des Winters auf Kupferstecher- und Buchdruckerbefall und unverzügliche Aufarbeitung (Hacken). Bei bereits befallenem Material ist Kleinschneiden keine Alternative. Die Brut entwickelt sich auch in kurzen Abschnitten von 20 cm fertig. Auch kleingeschnittenes, unbefallenes Material trocknet im Bestand nicht rechtzeitig genügend ab.
  • Einschlag von frischem Stehendbefall und unverzügliche Abfuhr aller befallenen, liegenden Hölzer mindestens 500 m zum nächsten Nadelholzbestand!