Fegeschäden: Abschuss ist kontraproduktiv

Der Abschuss des dominanten Rehbocks kann zu einem höheren Schadensausmaß führen. Mechanischer Schutz und das Zulassen von Begleitvegetation sind zielführender.

In der Brunftzeit des Rehwildes finden viele Waldbesitzer verfegte Jungpflanzen. Der Rehbock scheuert an den Jungpflanzen, um sein Revier zu markieren. Auch wenn die Fegeschäden in der Regel nicht so grosse wirtschaftliche Bedeutung haben wie der Verbiss, kann es auf Verjüngungsflächen trotzdem zu negativen waldbaulichen Effekten kommen, insbesondere wenn Zielbaumarten wie die Eiche verfegt werden.

So mancher Waldbesitzer greift dann selbst zur Büche oder lässt durch die lokale Jägerschaft den Störenfried abschießen. Untersuchungen haben aber gezeigt, dass gerade der Abschuss kontraproduktiv ist: Denn ist der Revierbesitzer weg, so wird das Revier relativ rasch von einem neuen Rehbock besetzt. Da es aber nun einen neuen Besitzer gibt, fegt auch dieser womit man nach kurzer Zeit erneut Fegeschäden im Bestand hat.

Als alternative Abwehrmaßnahmen gelten der mechanische Schutz von Zielbaumarten wie Drahthosen und Wuchshüllen sowie das reichliche Vorhandensein von Begleitbaumarten wie der Eberesche, die quasi als „Blitzableiter“ dem Rehbock angeboten wird. Bevorzugt gefegt bzw. geschlagen werden Bäume und Sträucher, die in ihrer unmittelbaren Umgebung auffällig sind, die über weiche, elastische Zweige oder Stämme verfügen oder die auf den betroffenen Flächen selten sind.

Bei Fegeschäden ist der Abschuss nur bei ohnehin geringen Wilddichten zielführend.