Bodogs: Wie Hunde Borkenkäfer aufspüren

Hund

Auch Borkenkäfer verbreiten einen speziellen Geruch. Hunde können diese wittern – und damit einen wertvollen Beitrag im Kampf gegen Borkenkäfer leisten.

Vor knapp zwei Jahren das erste Treffen von Bodogs: Wolfgang Riener, Forstwirt mit seinem Border Collie Cupper (inzwischen gesellte sich Jungspund Border Collie Noah dazu), Dr. Leopold Slotta-Bachmayer, Biologe und Hundetrainer mit Kelpie Sarek und Sandra Cresnar, Grafik- und Kommunikationsdesignerin sowie Hundeführerin mit Labrador Yaris. Schnell war klar, dass eine Zusammenarbeit perfekt passt!

Hunde haben einen ausgezeichneten Geruchsinn. Sie können mehr  als 1.000.000 mal besser als Menschen riechen. Diese Gabe nützen wir Menschen seit tausenden Jahren; heute werden Hunde unter anderem als Rettungshunde, Drogen-, Sprengstoff-, Personenspürhunde ausgebildet – und als Borkenkäferspürhunde. Sie erkennen den Geruch der Käfer, der Larven, des Bohrmehls und der Pheromone.

Auf der Suche nach dem Käferbaum

Die Suche nach Käferbäumen ist Teamarbeit: der Hundeführer besichtigt im Vorfeld der Suche den Bestand und das Gelände und überprüft die Windrichtung um im Anschluss seinem Hund die optimale Route für die Suche vorzugeben. Vor dem Start werden die Markierbänder und ein GPRS-Gerät eingepackt und der Hund bekommt in Form eines Halsbandes, das er nur für die Suche trägt, seine Arbeitsbekleidung: somit ist für die Spürnase klar: endlich geht’s los.

Der Hund arbeitet selbständig. Er orientiert sich nur mit kurzen Blicken am Hundeführer, in welche Richtung es geht. Mit hoher Nase scannt er die Luft und läuft in Schlangenlinien durch den Wald. Sobald der Geruch von Käferbäumen in seine Nase kommt, versucht er, die Geruchsquelle herauszuarbeiten. Unebenes Gelände, starkes Gefälle, Holzstöße, Wasser und vieles mehr können den Weg zum Geruch verfälschen. Erfahrene Spürhunde und Hundeführer lassen sich dadurch jedoch nicht beirren, für ein nicht so erfahrenes Team ist hier in so einem Fall aber auch nicht Endstation: mit den Wissen, dass hier Käferbäume in unmittelbarer Nähe sind, wird der vierbeinige Kollege in die Pause geschickt und die Suche nach offensichtlichen Merkmalen eines Käferbefalls beginnt für den Hundeführer. Die für den Forstbesitzer beste Suche endet mit einem nie ausgepacktem Markierband und einer im Anschluss ausgelegten Probe für den Hund: Mangels Echtbefall kommt er so zu seinem Erfolg inklusive Belohnung und behält sich dadurch seine Motivation.

Bei einem echten Käferbaum-Fund hingegen wird der Baum markiert und die umliegenden Bäume sowohl nochmals vom Hund als auch visuell vom Hundeführer überprüft. Der Waldbesitzer erhält zusätzlich noch die genauen Koordinaten des Käferbaums.

Hund
Am Beginn der Ausbildung eines neuen Borkenkäfer-Spürhunde-Teams lernt der Hund den Geruch kennen und übt die Anzeige, die er beim Finden des Geruchs anwendet. Fotos: Bodogs

Regelmäßig trainieren

Für den Realeinsatz wird, je nach Erfahrung und Alter des Hundes, 3-5 Mal in der Woche trainiert. Das Training dient der Festigung des Gelernten sowie dem Erweitern des Erfahrungsschatzes – sowohl für Hund als auch für Hundeführer. Dabei lernt der Hundeführer die Zeichen seines Hundes lesen: der zarte Ruck im Hundekörper, wenn er den Geruch das erste Mal in die Nase bekommt, diese entspannte Sicherheit, wenn er weiß, dass er die Quelle entdeckt hat und die spezielle Haltung, wenn er kurz vom Thema abgekommen ist und die Fährte eine Wildtieres in die Nase bekommen hat. Wobei das nur die Indikatoren für einen der Spürhunde ist. Was die anderen Hunde kommunizieren, das weiß am besten deren Hundeführer.

Am Beginn der Ausbildung eines neuen Borkenkäfer-Spürhunde-Teams lernt der Hund den Geruch kennen und übt die Anzeige, die er beim Finden des Geruchs anwendet. Im nächsten Schritt werden diese beiden Einheiten miteinander kombiniert. Erst wenn das Erlernte gefestigt ist, wird der Schwierigkeitsgrad erhöht.

Über www.bodogs.at können die bestehenden Teams zum Einsatz angefordert, aber auch die Ausbildungsmöglichkeiten diesbezüglich für den eigenen Hund angefragt werden.