Baumartenwahl und Frosttoleranz

Starker Frost lässt Bäume absterben. Wie die Frosttoleranz die Baumartenwahl beeinflusst lesen Sie hier.

Seit Beginn der Forstwirtschaft im 18. Jahrhundert haben reiselustige Forstleute versucht wüchsige Baumarten aus anderen Kontinenten zu etablieren. Viele dieser Versuche sind aber an der mangelnden Frosttoleranz der Exoten gescheitert. Mit dem Klimawandel steigen auch die winterlichen Temperaturen und starker Frost tritt nur noch selten auf. Was bedeutet das für die Baumartenwahl?

Frost führt bei Pflanzen dazu, das die Stoffwechselvorgänge eingestellt werden, zudem können durch Frost die Wasserleitungen verstopft werden wodurch die Pflanze abstirbt. Am empfindlichsten sind Blätter und Knospen. Trotzdem ist der Kältetod nur sehr selten zu beobachten, da Baumarten in frostgefährdeten Gebieten über eine entsprechende Anpassung verfügen. Lärchen, Kiefern und Fichten können bis zu 70 Grad unter Null ertragen. Aber selbst tropische Pflanzen ertragen für kurze Zeit Temperaturen um den Gefrierpunkt. Am empfindlichsten sind Jungpflanzen gegenüber Frostschäden, vor allem der Spätfrost kann große Schäden anrichten.

Im Zuge des Klimawandels kommt es auch zu einer Verschiebung der Baumartenareale: Zunehmend gewinnen Arten an Lebensraum die bisher nur an den äußersten Grenzen Mitteleuropas beheimatet waren wie die Flaumeiche, die Baumhasel oder die Hopfenbuche. Für den klimafitten Waldbau wird Waldbesitzern sogar empfohlen einige dieser Baumarten im Waldbau zu nutzen.

Die meisten dieser Baumarten verfügen über eine gewisse Frosttoleranz. Vermieden werden sollte aber kühle Gebirgslagen sowie spätfrostgefährdete Gebiete sowie Baumarten die aus tropischen bzw. suptropischen Herkunftsgebieten stammen. Allgemein kann aber gesagt werden, dass eine mangelnde Frosttoleranz kein Ausschlussgrund (mehr) ist für den Waldbau mit Exoten.

Spätfrostschäden betreffen nicht nur Läubbäume, auch die Tanne und die Douglasie sind sehr empfindlich gegenüber Frost im Frühjahr.

Weiterführende Links:

Douglasie – Hoffnungsträger für den Waldbau?

Spätfrost

Trio für den klimafitten Waldbau