Wie man als Waldbesitzer mit CO₂-Zertifikaten Geld verdient

Durch den Emissionshandel könnte für Waldbesitzer eine bedeutende Einkommensquelle entstehen.

Schon in den 1970er Jahren begann die Forstwirtschaft nach möglichen Nebeneinkünften zu suchen: Die steigenden Löhne einerseits und der stetig fallende Holzpreis liessen die Einnahmen der Waldbesitzer nach und nach sinken. Im Laufe der Zeit wurden verschiedenste sogenannte forstliche Nebennutzungen gefunden: Von der Jagd, die bis jetzt immer noch die wichtigste Einkommensquelle neben dem Holzverkauf ist, über Tourismusangebote und Waldfriedhöfe reicht die Palette. Mit Ausnahme der Jagd hat sich aber keine andere Form der Einkünft so richtig durchsetzen können, einerseits weil viele Nebennutzungen nur für Großwaldbesitzer überhaupt möglich waren, zum anderen weil damit häufig ein großer (Verwaltungs)aufwand verbunden war. Mit dem Emissionshandel von  könnte aber bald eine Trendwende in der Waldwirtschaft einsetzen.

Handel mit Zertifikaten: So funktionierts

Die Idee des CO₂-Handels wurde bereits im Rahmen des Kyoto-Protokoll beschlossen. Mit der Hilfe eines Emissionshandels soll der Ausstoß von Treibhausgasen reduziert werden. Da der Emissionsausstoss, unter anderem CO₂, für Wirtschaftsunternehmen Kosten verursacht wird ein Anreiz geschaffen werden die Emissionen zu verringern und klimafreundlicher zu produzieren.

Um die Klimaziele zu erreichen, begrenzt das Kyoto-Protokoll die Menge an CO₂, die weltweit ausgestoßen werden darf. Außerdem darf CO₂ nur noch mit einer Berechtigung in die Luft geleitet werden. Genau wie die Menge an CO₂ sind auch die Berechtigungen für  CO₂-Emissionen begrenzt. Sie werden in Form von Emissionsrechten vergeben.

Wenn ein Unternehmen Kohlendioxid in der Atmosphäre abgeben will, benötigt es in Europa Emissionsrechte. Ein CO₂-Zertifikat berechtigt dazu, innerhalb einer bestimmten Periode eine Tonne Kohlendioxid zu produzieren. Am Ende des festgelegten Zeitraums muss das Unternehmen nachweisen, dass seine gesamten Emissionen durch Zertifikate abgedeckt sind. Diese Zertifikate muss es über den Europäischen Emissionshandel kaufen – es entstehen den Unternehmen also zusätzliche Kosten. Weniger CO₂ auszustoßen, ist für ein Unternehmen also ökonomisch besser.

Laut Bundesumweltamt müssen in Deutschland aber die großen Energie- und Industrieanlagen sowie der Flugverkehr innerhalb der EU ihre Emissionen durch CO₂-Zertifikate abdecken. Betroffen sind beispielsweise Unternehmen in der Eisen- und Stahlindustrie und Stromproduzenten. Zusätzlich zum Europäischen Emissionshandel gibt es in Deutschland ab 2021 ein nationales Emissionshandelssystem, dieses gilt für alle auf den Markt gebrachten und CO₂-Emissionen verursachenden Brennstoffe. Quelle: Utopia.de

CO₂ Zertifikate: Zusätzliches Einkommen für Waldbesitzer

Wälder binden CO₂ langfristig in Form von Holz. Pro Jahr und Hektar Wald werden etwa 10 Tonnen an CO₂ gespeichert. Damit verfügen Waldbesitzer über die Möglichkeit ihre Wälder für den Emissionshandel zu nutzen. Durch den Verkauf von CO₂-Zertifikaten an Firmen zur freiwilligen Kompensation wird gezielte zusätzliche CO₂-Bindung entlohnt und wiederkehrendes Einkommen generiert.

Weiterführende Links:

Stiefkind Wald

Grundlagen naturnaher Waldwirtschaft

Klimawandel: Holznutzung forcieren

Klimafitte Waldwirtschaft