Ist Laubholz ein Verlustgeschäft?

Laubholz

Aus wirtschaftlicher Sicht bringt die Laubholzwirtschaft einige Nachteile mit sich: Die Erziehung von qualitativ gutem Holz bedarf bei Laubbaumarten wesentlich mehr Pflege als in Fichtenbeständen. Bei manchen Laubhölzern wie etwa der Esche sind die Holzpreise aktuell im Keller. Ist die Laubholzwirtschaft daher nur ein Verlustgeschäft?

Stangenholz
Laubholzbewirtschaftung bedeutet laufende Pflege der Bestände. Diese muss bereits früh begonnen und in den folgenden Jahrzehnten konsequent weitergeführt werden.

Schwankende Holzpreise

Qualitativ hochwertiges Laubholz lässt sich immer absetzen. Das beweisen jedes Jahr die Submissionen, in denen Waldbesitzer ihre Stämme für mehrere hundert Euro verkaufen können. Allerdings ist zu erwähnen, dass derartige Qualitäten eher die Ausnahme als die Regel sind und daher nicht als wirtschaftliche Grundlage gesehen werden können. Die liegt vielmehr in den Stämmen, die von den Sägewerken, der Zellstoffindustrie und der Energiewirtschaft abgenommen werden. Im Bereich des Energieholzes gab es in den letzten Jahren den erfreulichen Trend, dass die Preise aufgrund der ständig steigenden Nachfrage auf stabil hohem Niveau gehalten wurden. Waren Brennholzsortimente früher ein ungeliebtes und schwer zu vermarktendes Nebenprodukt, so erlauben die aktuellen Preise eine gezielte Ernte von Brennholz. Dafür sind die Preise bei den Sägeholzsortimenten schlecht, besonders die Buche ist von dieser Entwicklung betroffen. Die Preise für Buchenbloche der Qualität B rangieren zwischen 65 und 75 Euro, die Unterschiede zu den Preisen für Faserholz sind gering. Gute Preise lassen sich für Eichenstämme in B-Qualität erzielen, hier liegen die Preise immer noch deutlich über 100 Euro. Der gute Preis lässt sich aber auch mit dem geringen Aufkommen guter Eichenstämme erklären. Auch die Preise für die Nebenbaumarten Esche und Bergahorn bewegen sich über der 100 Euro-Marke – sofern die Qualität stimmt. Für C-Bloche bei der Eiche sind zwischen 70 bis 80 Euro zu erwarten.

Eiche
Die Qualität entscheidet beim Laubholz den Preis. Durch die hohe Nachfrage an Energieholz sind auch schlechtere Qualitäten wirtschaftlich vermarktbar, hohe Erlöse lassen sich aber nur mit guten Qualitäten erzielen.

Laubholz ist eine Alternative

Für Baumarten wie Buche und Pappel ist die aktuelle Situation am Holzmarkt schwierig. Trotzdem sollte der private Waldbesitzer diese Baumarten – sofern sie standorttauglich sind – deshalb nicht generell ausschließen. Holzmärkte unterliegen Schwankungen, daher kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Preise auch für Buche und Pappel zukünftig wieder ansteigen. Gerade bei Kleinwaldbesitzern, die keine jährliche Nutzung durchführen müssen , kann der Bauer mit der Ernte zuwarten, bis der Holzpreis sich bei bestimmten Baumarten wieder gebessert hat. Mehrere Baumarten gestalten die Holzvermarktung zwar aufwändiger, gleichzeitig ist man aber flexibler was die Entwicklungen des Holzmarktes angeht. Gute Preise erzielt man bei Laubholz durch gute Qualitäten. Daher ist eine konsequente Pflege ebenso notwendig wie Fachwissen. Hierfür bieten etwa die forstlichen Ausbildungsstätten laufend Kurse an. Um für die zukünftigen Herausforderungen durch den Holzmarkt, aber auch den Klimawandel, gerüstet zu sein, sind Mischwälder das beste Mittel. In standortfremden Fichtenbeständen, die umgebaut werden sollen, darf nicht der Fehler gemacht werden, die Fichte nur durch eine einzige Laubbaumart zu ersetzen.