Forstliche News der Woche 3

Fördermöglichkeiten für Waldbesitzer im Netz abrufbar/Neuer Praxisleitfaden über den Eichenprozessionsspinner/Waldbrandprävention im Fokus

Fördermöglichkeiten für Waldbesitzer im Netz abrufbar

Ab sofort können sich private Waldbesitzer auf den Webseiten der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) über finanzielle Förderung informieren. Unter der Website privatwald.fnr.de werden die finanziellen Möglichkeiten und Optionen ausführlich präsentiert. Neben der Beseitigung von Schadholz und der Wiederaufforstung wird vor allem der naturnahe Waldbau gefördert. Ebenfalls zu finden sind Fördermöglichkeiten aus dem Waldklimafonds des Bundeslandwirtschafts- und des Bundesumweltministeriums zur Anpassung der Wälder an den Klimawandel. Außerdem werden länderspezifische Förderoptionen – beispielsweise Zuschüsse zu Verjüngungskosten nach Waldbrandschäden – sowie Angebote der Fördersparte Forstwirtschaft der Landwirtschaftlichen Rentenbank vorgestellt. Erklärungen zur Antragstellung und Kontakte wichtiger Ansprechpartner in den einzelnen Bundesländern komplettieren die Webseite.

Mit den neuen Förderungen soll unter anderem der naturnahe Waldbau unterstützt werden.

Neuer Praxisleitfaden über den Eichenprozessionsspinner

Der Kontakt mit den Raupen des Eichenprozessionsspinners birgt aufgrund der “Brennhaare” schwere gesundheitliche Risiken. Der Praxisleitfaden soll den Städten und Gemeinden Handlungsoptionen zur Überwachung, Bekämpfung und Beseitigung des Eichenprozessionsspinners aufzeigen, die die Akteure in die Lage versetzen, auf die mit der Verbreitung einhergehenden Probleme zum Schutz der Bevölkerung abgestuft und angemessen zu reagieren.

Zu den im Leitfaden vorgestellten Maßnahmen gehören die Förderung von Vögeln und anderen natürlichen Gegenspielern, der Einsatz von Fallen, das Entfernen der Gespinstnester und der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Bioziden, der jedoch nur in einem begrenzten Zeitfenster möglich ist. Darüber hinaus gibt der Leitfaden Empfehlungen zur Staffelung der Maßnahmen je nach Gefährdung, zur richtigen Schutzausrüstung und zu Warnhinweisen für die Öffentlichkeit. Das Ministerium rät dringend dazu, sich von den Raupen, deren Nestern und Häuten fernzuhalten. Auch sollten, etwa im heimischen Garten, keine Gegenmaßnahmen auf eigene Faust durchgeführt werden. Für das Entfernen der Nester im öffentlichen Raum beauftragen die Kommunen Spezialfirmen. Sofern ein Befall im privaten Garten oder Wald zu beobachten ist, sollten auch hier vom Eigentümer Spezialfirmen beauftragt werden. Ungeachtet dessen sollte das Ordnungsamt der zuständigen Kommune informiert werden, damit die befallenen Stellen von den Kommunen kartiert werden können.

Den Leitfaden finden Sie hier.

Massenvermehrung des Eichenprozessionsspinners
MIt dem Leitfaden erhalten Kommunen Hilfe bei der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners.

Waldbrandprävention im Fokus

Aufgrund der hohen Temperaturen und der Trockenheit in den vergangenen Jahren kommt es in Deutschland vermehrt zu Waldbränden. Um diese Gefahr zu minimieren und zielgerichtet zu bekämpfen, fördern die Bundesministerien für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) sowie Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) insgesamt 22 Forschungs- und Modellvorhaben.

Aufgrund der Vielzahl von Waldbränden in den vergangenen zwei Jahren hatten die beiden Ministerien 2019 einen entsprechenden Förderaufruf gestartet. Die Projekte starten nun bundesweit zum 1. Mai und haben ein Volumen von insgesamt rund 11,3 Millionen Euro. Die Gelder stammen aus dem gemeinschaftlich finanzierten Waldklimafonds (WKF). Die Projekte sollen helfen, Dürreperioden in Zukunft besser zu überstehen, und umfassen grundlegende Forschungsarbeiten – beispielsweise um das ökologische, waldbauliche und technische Wissen zu Waldbränden zu erweitern oder die Waldbrandgefahr mit fernerkundlichen und meteorologischen Daten kartieren zu können. Ebenso werden Strategien für die Entwicklung feuerbeständiger und klimaresilienter Wälder auf Brandflächen entwickelt, wobei zugleich die Auswirkungen waldbaulicher Veränderungen auf Bodeneigenschaften und Bodenfauna, Pilze, Wild und Brutvögel untersucht werden. Außerdem soll eine vernetzte Datenplattform für Feuerwehren zu Prävention, Management und Bewältigung von Schadensereignissen entstehen. Mit einem weiteren Vorhaben soll eine digitale Informations- und Aufklärungskampagne für Jugendliche in sozialen Medien zur Waldbrandprävention entwickelt werden. Auch kampfmittelbelastete Waldflächen sind Gegenstand der Untersuchungen. Dabei werden beispielsweise der Einsatz geschützter Forsttechnik erprobt sowie Leitfäden für Waldbesitzer zur Arbeitssicherheit und Haftung bei der Waldbrandnachsorge erarbeitet.

Bei 1.708 Waldbränden verbrannten im Jahr 2018 bundesweit 2.349 Hektar Wald. Das ist laut Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) die größte Waldbrandfläche seit 26 Jahren.