Einsatzgrenzen von Forwardern

Der Forwardereinsatz kann zu schweren Bodenschäden führen. Vermeiden lassen sich diese durch eine vorrausschauende Planung der Holzernte und ein konsequentes Einhalten von Einsatzgrenzen.

Grundsätzlich hat die mechanisierte Holzernte ein weites Einsatzspektrum. Einschränkungen können sich aber durch Gelände- und Bodenmerkmale, aus betriebswirtschaftlicher Sicht und durch den Waldbestand selbst ergeben.

Generelle Einsatzgrenzen ergeben sich durch die Hangneigung, wobei sich auch die Bodenart (wie Sand, Lehm oder Ton), die Witterung, die Fahrtrichtung (bergauf oder bergab) und das Gewicht der Maschinen vor allem im beladenen Zustand auswirken.

Vereinfacht können folgende Einsatzgrenzen bezogen auf die Hangneigung ange­nommen werden:

Radmaschinen bis 30 %

Radmaschinen mit Traktionsbänder bis 40 %

Radmaschinen mit Traktionshilfswinden bis 50 %

Raupenfahrzeuge bis 50 % (60 %)

Zulässige Längs- und Querneigung beim Forwardereinsatz.

Hänge müssen stets in Falllinie befahren werden, um ein seitliches Abrutschen oder gar Kippen der Maschinen zu verhindern. Die Querneigung der Fahrlinien muss daher unter 5 Prozent liegen. Bereiche mit in Fallrichtung verlaufenden Längsrinnen sind deshalb zu meiden. Tiefe Querrinnen sind in der Regel kein Problem. Sie werden bei Bedarf vorübergehend mit eingeschlagenem Holz aufgefüllt und kön­nen so überfahren werden.

Intakte Böden sind die Grundlage für die Entwicklung gesunder Wälder. Da negative Veränderungen im Boden nur über lange Zeiträume wieder zurückgebildet werden können, sind vorbeugende Maß­nahmen notwendig. Maßgeblich für das Entstehen von Bodenschäden bei der Holzernte ist der Wassergehalt des Bodens. Überschreitet dieser ein gewisses Maß, nimmt die Bodentragfähigkeit schnell ab und es drohen massive Bodenschäden. Schwere Fahrzeuge können deshalb bei stark eingeschränkter Tragkraft des Bodens, wie das bei vernässten Böden der Fall ist, kaum eingesetzt werden.

Bei Frost oder großer Trockenheit sind die Böden am tragfähigsten. Ein flächiges Befahren der Waldfläche muss trotzdem vermieden werden.

Die Dimension der zu entnehmenden Stämme setzt bei Fällung und Aufarbeitung in aller Regel keine Grenzen. Bäume ab einem Durchmesser von wenigen Zentimetern bis zu 75 Zentimeter und mehr sind mit der passenden Technik problemlos zu bewältigen. Das individuelle Einsatzspektrum der Holzerntemaschinen ist jedoch deutlich eingeschränkter. Ein für Starkholz konzipierter Harvester kann beispielsweise nicht sinnvoll in durchmesserschwachen Erstdurchforstungen eingesetzt werden. Ob Laub- oder Nadelholzbestände gefällt und aufgearbeitet werden, spielt zunächst eine untergeordnete Rolle, wenngleich Steiläste, Zwiesel, Krümmungen und anspruchs­volle Sortierung vor allem bei starkem Laubholz Einschränkungen bedeuten.

Die Verwendung hochspezialisierter Technik kann an betriebswirtschaftliche Grenzen stoßen: Hohe Kosten für Anschaffung, Transport- und Logistik erfordern entsprechende Einschlagsmengen, damit die Kosten pro Festmeter in einem vernünftigen Rahmen bleiben. Orientierungswerte für kleine und mittlere Forwarder liegen ab 200 Festmeter für den jeweiligen Hiebsort. Oft koordinieren die Forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse gemeinsam mit Unternehmern das Zusammenführen mehrerer kleiner Flächen, damit ein wirtschaftlicher Einsatz auch für geringere Mengen möglich ist („Sammeldurchforstung“). Auch für Waldbesitzer mit geringeren Flächen und kleineren Holzmengen wird so der Einsatz leistungsfähiger Forsttechnik möglich.

Forwarder
Damit sich der Forwardereinsatz wirtschaftlich lohnt, muss eine Mindestmenge von über 100 fm Holz zu transportieren sein.