Die eigenen Grenzen erkennen

pause

Die häufigsten Unfallursachen sind Müdigkeit und mangelnde Konzentration. Lesen Sie hier wie Sie bei der Waldarbeit Ihre geistige und körperliche Frische erhalten.

Leider passierten auch in diesem Jahr schon tödliche Unfälle bei der Waldarbeit. Die Unfallzahlen sind zwar in den letzten dreißig Jahren stark gesunden, aber jeder Todesfall im Wald ist einer zu viel. Diese Unglücksfälle erinnern daran, dass die Arbeit im Wald trotz Schutzausrüstung und Arbeitstechniken immer noch zu den gefährlichsten Tätigkeiten gehört. Um Unfälle zu vermeiden müssen Sie bei der Waldarbeit konzentriert und aufmerksam sein. Die Waldarbeit ist nichts, das man nebenbei mal schnell erledigt, während der Kopf mit ganz anderen Dingen beschäftigt ist.

Wald
Kein Baum ist wie ein anderer: Auch mit noch soviel Arbeitserfahrung muss die Baumansprache konzentriert und aufmerksam durchgeführt werden.

Konzentriert bleiben

Traditionell wird die Holzernte im bäuerlichen Betrieb während der Wintermonate erledigt, weil die Landwirte jetzt dafür Zeit haben. Für die Holzernte sollen Sie aber nicht nur Zeit haben, sondern sich vielmehr auch wirklich Zeit nehmen. Im Wald soll nicht solang gearbeitet werden wie es hell ist und auch nicht bis die gesamte Arbeit erledigt ist, sondern solange wie Körper und Geist frisch sind. Bemerken Sie, dass ihre Gedanken bei monotonen Arbeiten wie dem Entasten abschweifen, ist es Zeit aufzuhören. Dasselbe gilt, wenn Sie derart ermüdet sind, dass jeder Handgriff schwer fällt. Dann müssen SIe die Waldarbeit umgehend zu beenden, auch dann wenn der Baum noch nicht komplett entastet ist. Denn morgen ist auch noch ein Tag. Ein Konzentrationsfehler bei der Motorsägenarbeit kann hingegen schlimmste Konsequenzen haben. Diverse Studien zeigen, dass die Unfallgefahr am größten am späten Nachmittag ist, wenn Waldarbeiter erschöpft und unkonzentriert sind.

In den Wintermonaten wird es früh dunkel: Auch das ist in die Arbeitsgestaltung einzuplanen, die Holzernte bei schlechten Sichtverhältnissen ist extrem gefährlich und daher zu unterlassen.

Auf Atem achten

Ein guter Indikator für die körperliche Frische ist die Atmung: Sind Sie in der Lage während der Arbeit problemlos zu sprechen, so liegt ihr Puls in einem optimalen Belastungsbereich. Während besonders anstrengender Tätigkeiten (Sappeln, Keilen) kann der Puls kurzfristig natürlich nach oben wandern. Die Spitzenpulse werden beim Auf­stieg im glitschigen, steilen Gelände erreicht. Neben dem eigenen Körpergewicht fordern die Motorsäge mit Brennstoff und weitere Werkzeuge ihren Tribut. Bei der maschinenunterstützten Arbeit ist dies beim Ausziehen des Drahtseils von der Seilwinde hinauf zum anzu­hängenden Baum der Fall. Dabei wer­den mehr als 30 kg hochgezogen. Verfängt sich das Seil, oder kann man es nicht in gerader Linie ziehen, muss mit viel höheren Werten gerechnet werden. Schläge beim Keilen, Vibrationen, ständiger Lärm, schwere Schutzausrüs­tung sind Beispiele weiterer offensicht­licher Belastungsfaktoren.

Damit  Sie bei der Waldarbeit frisch bleiben, sind auch regelmäßige Pausen unerlässlich. Dabei gilt der Grundsatz, das viele kleine Pausen lohnender sind als eine große. Zwei Minuten Pause nach dem anstrengenden Keilen tragen mehr zur Erholung bei als eine halbe Stunde Pause, die erst nach der kompletten Schlägerung und Aufarbeitung eingelegt wird.

Auch wie Sie die Arbeit gestalten, trägt dazu bei, geistig frisch zu bleiben. Bei langen monotonen Arbeiten lässt die Konzentration nach. Auch der Körper ermüdet schneller, wenn über längere Zeit hinweg immer die gleichen Muskelpartien belastet werden. Gerade bei der Holzernte ist es möglich und sinnvoll, die Arbeit abwechslungsreich zu gestalten.

In den Wintermonaten können Harvester ihre Stärken ausspielen: neben der höheren Produktivität ermöglichen die starken Scheinwerfer auch die Arbeit in den frühen Abendstunden.