Was bringt der Motorsägenführerschein?

Pro Jahr verletzen sich 1500 Menschen schwer bei der Holzernte. Ein Großteil der Unfälle könnte mit erhöhter Vorsicht und entsprechenden Schutzvorkehrungen verhindert werden. Besonders der Samstag ist bei privaten Waldarbeiten laut Statistik “gefährlich”, etwa ein Drittel der Unfälle ereignen sich an diesem Tag. Auch ältere Motorsägenbenutzer sollten auf der Hut sein. Mehr als die Hälfte der Verletzten sind älter als 60. Auch fehlender Schutz wirkt sich aus. Jeder vierte Verletzte hat zum Unfallzeitpunkt keine Ausrüstung getragen. Vier von fünf Personen verzichten beim privaten Waldarbeiten auf das Tragen eines Helmes. Jeder Zweite verzichtet auf Arbeitshandschuhe.

Einheitliche Standards zur Motorsägenarbeit sind schon lange ein Thema innerhalb der Forstwirtschaft. Die Europäische Vereinigung der Berufe in Forstwirtschaft und Umwelt (EFESC) machte sich dafür stark. Es handelt sich um Mindeststandards. Diese Standards sollen Arbeitsunfälle verringern und die Kenntnisse und die Fertigkeiten der Waldbesitzer verbessern. Die europäischen Zertifikate werden nach dem Bestehen einer genau festlegten Prüfung ausgegeben. Zertifikatsinhaber können in vielen europäischen Ländern arbeiten. Seit 2018 wird beispielsweise in Deutschland bei öffentlichen Ausschreibungen Bezug auf die Motorsägenstandards (ECC) genommen. In Österreich bietet die forstliche Ausbildungsstätte Ossiach des BFW Prüfungstermine für das Zertifikat an.  Das europäische Motorsägen-Zertifikat besteht aus 4 Modulen:

  • Modul 1: Technische Grund­lagen, Motorsägen Wartung, Einschneide­techniken
  • Modul 2: Grundlagen der Schwachholzaufarbeitung
  • Modul 3: Fällen und Aufarbeiten von mittelstarkem und starkem Holz
  • Modul 4: Geworfenes und gebrochenes Holz, Windwurfauf­arbeitung

Interessierte finden mehr Informationen hier.