Forststraßenbau im Kleinwald: Pro und Kontra

Eine gute Erschliessung ist die Grundlage für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung. Ob immer eine Forststraße benötigt wird hängt von einer Reihe von Kriterien ab.

Eine Groberschließung mit LKW-befahrbaren Forststraßen im Kleinwald ist Grundlage für eine erleichterte und gewinnbringende Holzernte. Eine gewisse Grunderschließung, die eine erste Erreichbarkeit bäuerlicher Waldgrundstücke ermöglicht, ist in fast allen Kleinwaldbetrieben bereits vorhanden. Gerade im Bauernwald, in dem viele Arbeitsschritte bei der Waldarbeit mit der eigenen Maschinenausstattung bewerkstelligt werden können, ist eine zusätzliche flächige Erschließung im Wirtschaftswald sinnvoll und zielführend.

Zum einen verursacht die Errichtung einer Forststraße hohe Investitionskosten. Zusätzlich entsteht ein Verlust an Produktionsfläche (Waldboden). Auch fallen jährlich laufende Instandhaltungskosten an. Neben diesen jährlichen Mehrkosten auf der einen Seite wird aber auch andererseits eine jährliche Kostenersparnis erzielt: Holzerntekosten können entscheidend gesenkt werden (günstigere Arbeitsverfahren, geringere Bringungsdistanzen) und sämtliche waldbauliche Rüstzeiten (Anfahrtzeiten, Gehzeiten) die in der Waldbewirtschaftung anfallen, werden reduziert (Kontrollgänge wegen Windwurf und Käferbefall, Forstpflanzentransport, Einzelstammaufarbeitung).

Beim Forststraßenbau entstehen hohe Kosten.

Der Trend mit Naturverjüngung, kleinflächigen Nutzungen oder Einzelstammentnahme zu arbeiten und die Bestände in Dauerwaldstrukturen überzuführen erfordert andere Erschließungskonzepte: Rückewege im Abstand von 70 – 80 m erleichtern eine solche Bewirtschaftung, bei der jedes Jahr der Einschlag auf der gesamten Forstbetriebsfläche verteilt einzelstammweise erfolgt.

Krananhänger sind hochmobil und stellen eine kostengünstige Alternative zum Forststraßenbau dar.

Abschließend sei noch gesagt, dass eine regelmäßige Wartung und Instandhaltung von LKW-befahrbaren Forststraßen aufwendige Sanierungsmaßnahmen verhindern hilft und dass somit eine lange Lebensdauer der Investition gewährleistet werden kann. Neben einer entsprechenden Bombierung ist eine intakte Wasserableitung mit ausgeräumtem bergseitigem Graben und funktionstüchtigen Rohrdurchlässen in ausreichender Anzahl ein wesentliches Kriterium für die Erhaltung. Zudem sollte immer ein Befahren der Forststraße mit LKW in der Frost- und Tauperiode sowie bei längerem Regenwetter vermieden werden.

Seilzugtrassen sind die kostengünstigste Erschliessungsart.