Taugen Pheromonfallen zur Borkenkäferbekämpfung?

Einige Waldbesitzer schwören auf Lockstofffallen zur Bekämpfung der Schadinsekten. Doch wie effektiv ist diese Methode tatsächlich?

Borkenkäfer kommunizieren miteinander über Lockstoffe. Diese dienen unter anderem dazu Artgenossen anzulocken, sobald ein Käfer eine geschwächte Fichte aufgespürt hat. Denn je mehr Individuen einen Baum befallen, desto schwerer tut sich die Fichte mittels Harzproduktion die Borkenkäfer abzuwehren.

Pheromonfallen nützen diese Form der Kommunikation indem Lockstoffe in Fangbehälter platziert werden um Schadinsekten anzulocken. Damit das aber gelingt sind einige Dinge zu beachten. So sollte der Sicherheitsabstand zu gesunden Fichten mindestens eine Baumlänge betragen. Außerdem spielt die Windrichtung eine Rolle, ideal sind die Pheromonfallen positioniert, wenn die Borkenkäfer aktiv zur Falle fliegen und nicht passiv durch den Wind hingetragen werden, da viele Borkenkäfer dann an der Falle vorbeifliegen. Am besten geeignet sind Flugbarrierefallen. Die Anzahl der Fallen hängt davon ab wie groß die Schadensfläche ist und wie groß der Sicherheitsabstand zu gesunden Bäumen ist.  Empfohlen wird eine Fallendichte von 10 bis 20 ha pro ha Schadfläche.

Pheromonfallen
Pheromonfallen dürfen nicht zu nah an gesunden Beständen platziert werden.

Trägt die Pheromonfalle zur Borkenkäferabwehr bei?

Pheromonfallen bringen einige Vorteile mit sich wie etwa

  • die gleiche Fangkapazität über die gesamte Vegetationszeit,
  • die Verwendbarkeit der Fallen über mehrere Jahre
  • keine Kapazitätsgrenze, wenn Fangbehälter regelmäßig geleert und gesäubert werden

Demgegenüber stehen folgende Nachteile

  • das Fehlen geeigneter Aufstellungsplätze
  • der hohe Pflegeaufwand für Fallenbehälter und die wöchentliche Auszählung der Käfer,
  • der alle sechs bis acht Wochen notwendige Pheromonwechsel

Die Auswirkung von Pheromonfallen auf die Gesamtborkenkäferpopulation wird häufig überschätzt, meist deshalb, weil in den Fallen enorme Mengen an Käfern gefunden werden. Trotzdem wurde in wissenschaftlichen Versuchen nachgewiesen, das selbst bei einer hohen Dichte an Fallen nur maximal 30 % der Gesamtpopulation abgefangen wird.

Pheromonfallen dienen also ausgezeichnet dazu um die Entwicklung von Borkenkäferpopulationen zu beobachten, sie fangen auch einen Teil der Käfer ab, als Bekämpfungsmaßnahme taugen sie aber nicht.

Mehr zur Borkenkäferbekämpfung finden Sie hier.