Wer war das?

Nicht immer sind Reh und Hirsch die Übeltäter. Lesen Sie hier wie Sie den Verbisschaden richtig zuordnen.

In vielen Gebieten ist der Verbiss derart hoch, dass ohne Schutzmaßnahmen nicht verjüngt werden kann. In den meisten Fällen ist das Schalenwild (Rot- und Rehirsch sowie Gams) für den Schaden verantwortlich – aber auch Mäuse und Hasen können Verjüngungsprojekte maßgeblich beeinträchtigen.

Bevor man also Schutzmaßnahmen setzt ist es notwendig festzuhalten wer für den Verbisschaden verantwortlich ist. Neben den eigentlichen Verbisspuren gibt es auch einige andere Hinweise die bei der Beurteilung helfen.

Mäuse

  • Verbiss findet sich an Jungpflanzen bis 20 Zentimeter Höhe (ohne Schneedecke)
  • Teilweiser oder vollständiger Fraß der Knospe, häufig auch Fraß ganzer Keimlinge
  • Verbissoberfläche glatt bis rau, es sind durch Schneidezähne bedingte Nagespuren zu erkennen
  • Neben den Verbisspuren gibt es auch noch andere Hinweise auf Mäusevorkommen wie Löcher, Gänge, Fraßschäden an der Rinde
Typisch für den Mausverbiss sind die raue bis glatte Oberfläche sowie die feinen Nagespuren.

Hase

  • Verbiss bevorzugt an Laubbäumen, vor allem Buchenverjüngung und während der Wintermonate
  • Verbiss häufig in Waldrandbereichen, da der Wald kein Lebensraum für den Hasen ist
  • Verbisshöhe: zwischen 20 und 50 Zentimeter (ohne Schneedecke)
  • häufig Verbiss an mehreren Trieben einer Pflanze
  • keine Quetschung des Triebes
  • überwiegend glatte, kaum ausgefranste Verbissoberfläche durch Abschneiden des Triebes)
  • Verbisswinkel in den meisten Fällen zwischen 30° und 60°
Hasenverbiss findet sich praktisch nie im Waldinneren, da der Hase als Offenlandbewohner den geschlossenen Wald meidet.

Eichhörnchen

  • Verbiss überwiegend an Fichte und Tanne
  • gefressen werden ausschließlich die Knospen, Triebe bleiben am Boden liegen
  • Verbiss tritt i. d. R. an mehreren Trieben eines Baumes auf
  • häufig Verbiss ganzer Baumgruppen in allen Altersstadien
  • Verbiss an Jungpflanzen ist ein eher seltenes Phänomen
Verbissschäden von Eichhörhnchen sind wirtschaftlich kaum relevant da sie nur selten an Jungfplanzen vorkommen.

Schalenwild

  • Verbiss bevorzugt an Eiche, Edellaubbäumen und Tanne
  • Verbiss überwiegend während der Wintermonate (Winterverbiss); Sommerverbiss vor allem an Edellaubbäumen
  • Verbisshöhe: entsprechend der Größe der Tiere; beim Rehwild (ohne Schneedecke) am häufigsten zwischen 20 und 90 Zentimeter
  • gelegentliche (Rehwild, Gams) bis häufige (Rotwild) Quetschung des Triebes
  • überwiegend raue bis gefranste (v. a. beim Rotwild auch stark gefranste) Oberfläche durch  Abrupfen des Triebes
  • überwiegend flacher Verbisswinkel (0°–30°)

Weidevieh

In Waldweidegebieten kann auch der Verbiss durch Weidevieh eine Rolle spielen. Da es sich bei Weidetieren wie bei den Schalenwildarten um Wiederkäuer handelt, ist eine Abgrenzung zum Schalenwildverbiss kaum möglich. Fand der Verbiss allerdings in der weidefreien Zeit statt (Winterverbiss), kann man sich sicher sein, dass es sich um Schalenwildverbiss handelt.

Literaturtipp:

Richtiges Erkennen von Wildschäden

Weiterführende Links:

Abwehr von Wildschäden

10 Gebote für Wild und Wald

Wildgerechter Waldbau

Weiserflächen: Den Wilddruck bestimmen