Weniger Risiko durch kürzere Umtriebszeiten?

Als eine Maßnahme gegen die Unbilden des Klimawandels wird unter anderem die Verkürzung der Umtriebszeiten empfohlen. Doch wie hilfreich ist das tatsächlich?

Borkenkäfer, Windwurf & Neobiota wie das Eschentriebsterben sorgen seit einigen Jahren für Schadholzmengen, die für viele Waldbesitzer schwere Zeiten bedeuten. Besonders beim Nadelholz sind die Zahlen alarmierend und ein Ende ist derzeit nicht in Sicht. Als eine Maßnahme die Schadholzmengen zu reduzieren wird eine Verkürzung der Umtriebszeiten empfohlen. Aber wie effektiv ist diese Maßnahme?

Vor allem die abiotischen Schäden gefährden Bäume schon in ihren ersten Lebensjahren, insbesondere Waldbrand, Spätfrost und Trockenheit können ganze Aufforstungsprojekte in kürzester Zeit vernichten. Aber auch Rüsselkäfer und Wildverbiss schädigen die jungen Kulturen. Windwurf und Schneebruch sind häufig im Stangenholzstadium, also auch noch in relativ jungen Jahren, ein Problem. Auch der Kupferstecher tritt im Stangenholz auf.

Einige abiotische Schäden wie Waldbrände gefährden auch schon junge Bestandesstadien.

Einzig für die präventive Abwehr vor dem Buchdrucker macht eine Verkürzung der Umtriebszeiten Sinn, da dieser vor allem in späteren Altersklassen zu finden ist. Das gilt vor allem für sekundäre Fichtenmonokulturen in Tieflagen, die akut vom Borkenkäfer bedroht sind. Hier kann eine kürzere Umtriebszeit hilfreich sein, allerdings muss auch berücksichtigt werden das durch eine frühere Ernte auch weniger Holz vorhanden ist. Im Zweifelsfall gilt es daher abzuwägen, ob durch eine Verkürzung der Umtriebszeit oder durch einen Borkenkäferbefall ein höherer wirtschaftlicher Verlust zu erwarten ist.

Zusammengefasst kann gesagt werden, dass eine Verkürzung der Umtriebszeiten in bestimmten Fällen hilfreich sein kann. Es ist aber keine generelle Lösung für Forstschutzprobleme, da viele Schäden schon in sehr jungen Bestandesjahren auftreten und sich gerade bei der Laubholzproduktion die Umtriebszeit nicht ohne starken wirtschaftlichen Verlust verkürzen lässt.

Für die Nachbarbestände von Borkenkäfernestern kann eine Verkürzung der Umtriebszeit sinnvoll sein.

Weiterführende Links:

Borkenkäfer: Biologie und Abwehr

 

Waldbrand

Jungbestandspflege

 

Waldumbau von Monokulturen