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Megafeuer: Gefahr für die Forstwirtschaft?

Vor 110 Jahren brach der „Big Burn“ aus: In nur 2 Tagen verbrannten über 12.000 km2 Wald. Werden mit dem Klimawandel solche Naturkatastrophen auch in Mitteleuropa Einzug halten?

Er gilt immer noch als der größte Waldbrand der USA. Am Wochenende des 20./21. August 1910 brach in Nord Idaho ein Waldbrand aus, der in die Geschichte eingehen sollte. 87 Menschenleben fielen ihm zum Opfer. Außerdem wurden einige Städte komplett verbrannt und Holz im Wert von einer Milliarde Dollar vernichtet.

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Im Vorfeld waren die Winter 1909 und 1910 außerordentlich trocken und auch der Sommer 1909 brachte eine Dürreperiode mit sich. Die Wälder waren voller vertrockneter Bäume und am Waldboden fanden sich neben dürren Gräsern und Kräutern auch viel trockenes Derbholz. Aufgrund dieser außergewöhnlichen Situation brachen rund 3.000 einzelne Waldbrände in Idaho und Montana aus. Am 20. August schließlich brachten hurrikanähnliche Stürme soviel Wind das aus den vielen kleinen Einzelfeuern ein großes, zusammenhängendes wurde: der „Big Burn“. Das Feuer hatte solche Ausmaße, dass die Rauchwolken noch bis in den Pazifischen Ozean reichten und den Schiffen die Sternennavigation unmöglich machten. Mit 12.000 km2 Feuerfläche brannte ein Gebiet so groß wie ganz Tirol.

Obwohl über 4.000 Soldaten zur Brandbekämpfung eingesetzt wurden, brachten die Löschversuche – schon allein aufgrund der riesigen Größe der Brandfläche – kaum Erfolg. Gelöscht wurde das Feuer von einer plötzlich auftretenden Kaltfront, die sogar Schnee brachte und somit das Feuer innerhalb von Stunden komplett löschte.

Die Zunahme und verstärkte Intensität von Waldbränden stellt auch die Feuerwehren vor neue Herausforderungen.

Unmöglich in Mitteleuropa?

Lange Zeit spielte Waldbrand in Mitteleuropa kaum eine Rolle. Die wenigen auftretenden Brände waren meist Folge von unvorsichtigem Verhalten von Waldbesuchern, die Schäden hielten sich aber in Grenzen. Durch den Klimawandel hat sich das aber in den letzten Jahren gewandelt.

Entscheidender als hohe Temperaturen ist der Mangel an Feuchtigkeit. Längere Perioden ohne Niederschlag trocknen speziell Gräser aus und werden zum Ausgangspunkt eines Feuers. Aber auch die Ansammlung trockener Streu – wie es für Kieferbestände typisch ist – führt zu Waldbränden. Daher kann es auch in Wintermonaten, wo es keinen Niederschlag gibt, zu brennen beginnen. In 85 % der Fälle ist Unachtsamkeit der Grund für einen Waldbrand. In Wäldern, wo seit mehreren Wochen kein Regen mehr gefallen ist, kann bereits eine Zigarette reichen, um einen Waldbrand auszulösen. In gefährdeten Gebieten darf daher kein offenes Feuer entfacht werden. Die wichtigste natürliche Brandursache ist Blitzeinschlag bei Bäumen. Auch durch Funkenschlag der Eisenbahnen können Waldbrände entstehen.

Was viele Waldbesitzern leider immer noch nicht bewusst ist, ist die Tatsache das Fichtenmonokulturen extrem brandgefährdet sind. Vor allem in Gebirgslagen ist die Brandbekämpfung schwierig, unter anderem weil sich durch das Feuer Winde bilden welche die Feuerfront vorantreiben. In trockenen Sommermonaten ist daher ein konsequentes Monitoring solcher Bestände notwendig, mittelfristig müssen solche Bestände aber in Nadellaubmischwälder umgebaut werden.

Waldbrände beginnen meist als Bodenfeuer die bei ansteigender Hitze in die Kronen vordringen und dann zu Vollfeuern werden.