Forstarbeiten im Juli

Die Forstarbeiten im Juli dienen hauptsächlich dem Forstschutz. Neben der Bekämpfung und dem Monitoring des Borkenkäfers gilt es in gefährdeten Gebieten, sich auf mögliche Waldbrände vorzubereiten.

Entscheidender als hohe Temperaturen ist noch mehr der Mangel an Feuchtigkeit. Hat es über mehrere Wochen nicht geregnet, trocknen speziell Gräser aus und werden zum Ausgangspunkt eines Feuers. Aber auch die Ansammlung trockener Streu – wie es für Kieferbestände typisch ist – führt zu Waldbränden. Nadelholz hat eine stärkere Tendenz zu brennen als Laubbäume. Nadelbäume wie die Kiefer enthalten neben Harz auch noch verschiedene Öle, die das Holz leichter brennen lassen als das bei Laubbäumen der Fall ist. Die Streu von Nadelbäumen ist ebenfalls leichter entzündbar als die von Laubbäumen.

Waldbrand
Wundstreifen dienen dazu ein mögliches Feuer zu isolieren.

Eine waldbauliche Methode ist es, mögliche Feuer zu isolieren. Dafür werden im Bestand Flächen angelegt, in denen das Feuer keinerlei Substrat findet. Dafür kommen Wundstreifen, Schutzstreifen und Waldbrandriegel in Frage. Wundstreifen sollen die Verbreitung von Feuer komplett verhindern. Dazu werden Flächen von etwa einem Meter Breite angelegt, die von brennbarem Material und humosem Oberboden befreit werden. Durch einen Wundstreifen wird das Durchlaufen eines Bodenfeuers verhindert. Wiederholtes Eggen oder Pflügen in der Waldbrandsaison hält die Funktion aufrecht. Schutzstreifen sind ca. 20 bis 30 Meter breite Flächen, die von leicht brennbarem Material (Reisig, dürre Äste, Gestrüpp) befreit werden. Ebenso werden schwache und trockene Bäume entfernt. Da wenig Brennmaterial vorhanden ist, können Bodenfeuer nicht auf den Kronenraum übergreifen. Waldbrandriegel sind 100 bis 300 Meter breite Flächen, die mit brandhemmenden Laubbäumen bewachsen sind. Ein Waldbrandriegel soll Vollfeuer in leichter zu bekämpfende Bodenfeuer umwandeln sowie der Feuerwalze die Energie entziehen. Aufgrund des großen Flächenbedarfs von Waldbrandriegeln ist hier die Kooperation von mehreren Waldbesitzern notwendig. Auch der Verlauf eines Waldbrandriegels muss richtig geplant werden. Da der Wind meist aus Westen bläst, sollen die Riegel von Norden nach Süden verlaufen, um eine Barriere für das Feuer darzustellen. Das wichtigste Löschmittel ist immer noch Wasser. Löschteiche dienen der Feuerwehr dazu in unmittelbarer Brandnähe Wasser entnehmen zu können. In großen, zusammenhängenden brandgefährdeten Waldgebieten ist es hilfreich solche Löschteiche anzulegen. Dabei können entweder natürliche Gewässer genutzt oder künstliche Teiche angelegt werden. Bei der Neuanlage von Löschteichen ist eine Abstimmung der Waldbesitzer, der Forstbehörde sowie der Feuerwehren unbedingt notwendig. Wichtig ist, dass Entnahmestellen der Feuerwehr bekannt und für Löschfahrzeuge auch erreichbar sind. Laufende Kontrollen der Löschteiche, speziell in den Sommermonaten, garantieren deren Einsatztauglichkeit. Beim Bau neuer Forststraßen sollte in waldbrandgefährdeten Gebieten ebenfalls die lokale Feuerwehr eingebunden werden. Während der Brandsaison ist darauf zu achten, dass die Forststraßen frei und befahrbar sind und keine Hindernisse (abgestellte Forstmaschinen, provisorische Holzlager) die Durchfahrt behindern.

Waldbrand
Waldbrandgefährdete Gebiete müssen permanent überwacht werden.