Forest Walking Machine: Gibt es ein Comeback?

Forstmaschine

Allein ihr Design weckt schon Aufmerksamkeit: Die Forest Walking Machine von Timberjack galt lange Zeit als die Innovation in der Forsttechnik. Geblieben ist davon aber letztlich nur ein Ausstellungstück am Firmengelände von John Deere (2000 wurde Timberjack vom amerikanischen Landmaschinenhersteller übernommen).

Bereits 1994 begannen die Ingenieure mit der Konstruktion des Schreitharvesters. Mit seiner Hilfe sollte es möglich sein auch schwierigstes Terrain zu „begehen“ und dabei den Waldboden zu schonen. Damit gelang den Entwicklern im finnischen Werk ein Meilenstein in der Geschichte der Forsttechnik. Insbesondere die Sensoren in den Schreitfüssen waren beeindruckend: Dank ihnen erkannte die Maschine die Beschaffenheit des Untergrunds und verteilte automatisch das Gewicht auf die insgesamt 6 Beine. Mögliche Hindernisse wie liegende Baumstämme oder Felsen wurden einfach überschritten.

Forstmaschine
Von der technischen Sensation zum Museumsstück. Fotos: John Deere.

Meilenstein oder Flop?

So beeindruckend die technische Entwicklung war, nach nur 2.000 Betriebsstunden kam das Ende für den Schreitharvester. Vertreter von John Deere selbst aber sehen das schon lange eingestellt Projekt trotzdem als Erfolg, ja als Meilenstein: denn dieser Prototyp sei verantwortlich dafür, das produktivere und schonendere Maschinenelemente entwickelt werden konnten, die nun in allen Forstmaschinen von John Deere stecke.

Vielleicht ist das aber auch nur die Art und Weise eines Weltkonzerns eine missglückte Entwicklung als Erfolg verkaufen zu wollen. Denn kein anderer der großen Forstmaschinenhersteller hat sich auf das Abenteuer Walking Machine eingelassen. Allerdings taucht alle paar Jahre der eine oder andere Bastler mit einem selbstgebauten Prototyp auf diversen Fachmessen auf.

Auch wenn die Maschine dank ihres futuristischen Designs die Herzen von vielen Technikfans höherschlagen lässt, besteht doch die Frage nach der eigentlichen Funktionalität eines Schreitharvesters. Sein Einsatzgebiet wäre sehr schwieriges, ungleichmäßiges Terrain, die Fortbewegungsgeschwindigkeit aber kaum schneller als die eines Menschen. Daher erscheint es für solche Standorte, die von vielen Forstbetrieben oft gar nicht bewirtschaftet werden, effektiver einfach einen Forstarbeiter kombiniert mit einem Seilkran die Ernte durchführen zu lassen. Das dürfe wohl auch John Deere selbst erkannt haben, weshalb es wohl kein Revival der Maschine geben wird.

Einsatzvideo der Timberjack Walking Machine