Der mitteleuropäische Holzmarkt ist am Boden

Wald

Aufgrund der hohen Schadholzmenge wird der Holzmarkt geradezu vom Schadholz überschwemmt. Sturmholz aus Österreich und Schneebruchholz aus Süddeutschland verschärfen die ohnehin schon katastrophale Lage.Für Deutschland und Österreich kann man jetzt schon sagen, dass der Schadholzanfall 2019 höher sein wird als der des Vorjahres. In Deutschland waren es 2018 31,9 Mio. fm Schadholz. Im Juni überstiegen in Thüringen die Käferfangzahlen die des Vorjahres um das 40-Fache. So erahnt man, was noch kommen wird. In den deutschen Schadgebieten gibt es keinen echten Marktpreis mehr. Ab einer gewissen Angebotsmenge sei der Preis vielfach sekundär. In Tschechien ist der Fichtenanteil so hoch, das theoretisch noch die nächsten 2 Jahrzehnte Schadholz auf den Markt drängen könnte.

Fichtenschaden
Je künstlicher und standortsfremder die Bestände sind, desto größer sind die Schäden.

Holz um 1 Euro pro Festmeter

Selbst 1 €/fm am Stock war schon vor Monaten ein Preis, der in den Schadregionen vorkam. Der Schadholzanfall ist regional viel höher als die Aufarbeitungskapazität. Es muss daher davon ausgegangen werden, dass eine relevante Schadholzmenge erst 2020 aufgearbeitet werden kann. Jetzt rächt sich die dünne Personaldecke in der Forstwirtschaft und der seit Jahren forcierte Personalabbau.

Kein Ende in Sicht

Niemand kann seriös sagen, wie lange das Schadholzaufkommen in Mitteleuropa so hoch bleibt wie derzeit. Ebenfalls neu ist, dass derzeit neben der Fichte auch trockenstressresistentere Baumarten betroffen sind. Wie etwa die Kiefer. Hier sind es primär Trockenschäden, sekundär dann die einschlägigen Borkenkäferarten, die auftreten. Die Buche, im Waldumbau in Deutschland über Jahrzehnte gefördert, hat ebenfalls Probleme.

Umdenken erst recht notwendig

Wer glaubt, das der schon lange propagierte aber in manchen Gebieten nur halbherzig durchgeführte Waldumbau sei nicht notwendig „weil eh alle Baumarten betroffen sind“ verleugnet nur die Realität was letztlich dazu führen wird das die gesamte Branche nicht mehr aus der Krise kommt. Auch wenn es bei Buche derzeit Probleme gibt, verglichen mit denen der Fichte sind sie eher gering, da noch nicht mal der Buchenrundholzpreis merkbar zurückgegangen ist. Dasselbe gilt für die Eiche. Abgesehen davon sollte man sich nicht auf die 4 Hauptbaumarten konzentrieren und vergessen das eine ganze Palette von Bäumen zur Auswahl stehen. Das die Holzpreise für diese aktuell nicht besonders lukrativ sind ist kein Argument in Zeiten wo die angebliche Brotbaumart Fichte für einen Euro pro Festmeter den Besitzer wechselt.

Wald
Die Schäden bei Buche und Eiche sind mit denen der Fiche nicht vergleichbar.